Das Leben in Småland – Schwedens Landschaft der dunklen Wäldern und Seen – ist melancholisch, aber kraftvoll, es gleicht dem Torfbrand in der Erde, der lange unbemerkt bleibt, bis
eine Luftberührung ihn zu offenem Feuer entflammt.
Ein junges Mädchen serviert jeden Sommer im Dorfcafé Waffeln. Sie verliebt sich in einen etwa 30jährigen Touristen, der regelmäßig am Sonntagnachmittag bei ihr Kaffee und eine Waffel mit
Schlagsahne bestellt. Sie bedient ihn aufmerksam, aber er hat keinen Blick für sie. Das wiederholt sich den folgenden Jahren, bis der Mann eines Sommers mit Frau und Kind kommt. Als sie ihnen
Waffeln an den Tisch bringt, schaut sie sich die Frau und das Kind an. Am selben Tag gibt sie ihren Arbeitsplatz auf, wenig später heiratet sie.
Es ist im zehnten Jahr ihrer Ehe, da schüttelt ihr Mann sie und fragt: „Warum hast du mich geheiratet? Warum bloß?“ Und ohne sich zu wehren, sagt sie, sanft und ruhig wie immer: „Du hast mich
geheiratet.“ Ihr Mann kauft sich ein Motorrad, bei einem seiner Ausflüge verunglückt er tödlich. Sie beginnt als Verkäuferin in der Baustoffhandlung des Dorfes zu arbeiten. Eines Tages betritt
der Tourist von damals das Geschäft, er ist jetzt Rentner, er braucht Farbe für die Fassade seines gerade gekauften Hauses. Er erkennt sie nicht, aber sie ihn..
Manchmal geht sie an seinem Haus vorbei. Er sieht sie, beachtet sie aber nicht.
Eines Abends kommt sie mit dem Jagdgewehr ihres verstorbenen Mannes. Als man sie findet, sind sie noch am Leben. Seltsamerweise liegen sie nebeneinander.
Ihn konnten die Ärzte retten, sie starb in der darauf folgenden Nacht. Der Mann verkaufte das Haus und kam nie wieder und nie antwortete er auf die Frage, ob sie noch miteinander gesprochen
hatten.