Das letzte Mal hatte ich es von meiner Mutter zu Heiligabend gehört: „Nicht reinkommen!
Mitten im Sommer hörte ich es von meiner Frau.
Ich hatte die Türklinke schon in der Hand.. Wurden da Geschenke ausgelegt? Dann ging die Tür auf. Freudestrahlend hielt meine Frau in den Händen eine Maus.
„Wie kommt eine Maus ins Wohnzimmer?“ fragte ich.
Mit einem zärtlichen Blick auf die Maus meinte sie: „Der Kater hat sie uns geschenkt!“
Sie setzte die Maus im Garten aus. Zwei Tage später die gleiche Geschichte.
Ich fragte: „Wieso tut er so was? Eine anständige Katze tötet die Maus!“
„Erstens ist es ein Kater und zweitens.. Woher soll ich das wissen?“ antwortete sie und brachte die Maus in den Garten.
Die gleiche Geschichte am nächsten Tag. Der Blick meiner Frau war von zärtlich in liebevoll gewechselt. „Es ist immer dieselbe Maus,“ flüsterte sie geheimnisvoll. „Ich erkenn das an dem rosigen
Schnäuzchen.“
Bevor es sich zur großen Liebe entwickelte, musste ich was tun. Ich wollte eine Lebendfalle kaufen und die Maus weit weg, vielleicht sogar hinter Polen, aussetzen.
Doch dann... In der Nacht grässliches Katzengeschrei im Garten. Als ich runter lief, saß unser Kater misslaunig und ziemlich zerrupft im Wohnzimmer, aber ohne Maus.
Auch in den folgenden Nächten tobte ein Katerkampf.
Als eine ganze Woche lang kein Maus-Heiligabend stattfand, war es amtlich: der fremde Kater hatte sich die Maus oder sogar sämtliche Mäuse geschnappt. Vergebens hatte unser Kater sie zu
verteidigen versucht.
Manchmal steht meine Frau in der Haustür. Mit einem seltsamen Blick sieht sie in den Garten.