Vor einem Monat gab es in den Supermärkten keine Butter mehr zu kaufen gab, zur gleichen Zeit verschwand aus Modebutiken gerade ausgelegte Ware. Es stellte sich heraus, Roboter
schmierten sich mit der Butter ihre Gelenke und kleideten sich nach neuster Mode ein. Sofort ergriff man Gegenmaßnahmen. Jetzt hat jeder, bevor er ein Geschäft betritt, zu beweisen, dass er ein
Mensch ist.
Und das geht so. Am Eingang jeden Supermarktes ist eine Kamera montiert. Um die Tür zu öffnen, muss man sich als Mensch verifizieren. Das geht ganz einfach. Man muss bloß etwas tun, was kein
Roboter machen kann. Ich zum Beispiel strecke meine Zunge heraus. Man könnte sagen, ich gebe der Kamera einen Zungenkuss. Mit Vergnügen spüre ich das Streicheln eines Scanners auf der Zunge.
Andere sind primitiver. Sie bohren sich in der Nase oder ziehen mit den Fingern ihren Mund auseinander. Es gibt auch welche, die stechen sich in den Finger und zeigen den Blutstropfen. Ich finde,
das hat was Angeberisches. Einmal ließ ein Mann seine Hosen runter. Man nahm ihn fest. Dabei hätte er die Kamera nur anzuhauchen brauchen. Der Mann war betrunken.
Ich finde die Verifizierung großartig. Ich überlege, ob ich so eine Kamera an meiner Wohnungstür anbringe. Ich bin schon einmal von einem Roboter bestohlen worden, der sich als Servicepersonal
ausgab. Er stahl mein Tablet. Solches geschah auch schon in anderen Wohnungen. Man vermutet, die Roboter könnten die gespeicherten Daten verwenden, um noch menschlicher zu werden. Aber so simpel
sind wir doch nicht. Ich jedenfalls bin es nicht. Soll mal ein Roboter meinen Zungenkuss nachmachen!