Eisfrei war der See. Kurzerhand legten wir die Sonne über die Schulter und leuchteten mit ihr den See nach Strandgut ab. In der Bucht kreisten und schrien die Möwen. Sie fürchteten um ihre
Nester.
„Strandgut gehört dem Finder. Altes Wikingerrecht. Jaha du..“ Gunnar nickte wichtig. Ich stapfte hinter ihm durch den nassen Sand, den Blick auf das Falunmesser am Gürtel gerichtet., es
wippte über der Mitte seines Gesäßes auf und ab.
Plötzlich blieb er stehen.
„Hejho! Sieh mal.. Wir haben nen zweiten Kahn!“
Ich sah nur einen Schatten im Wasser. Er warf die Gummistiefel beiseite, krempelte Jeans und Ärmel hoch und watete ins Wasser. Bis zu den Achseln senkte er die Arme hinein und schleuderte mir
eine Kette zu. „Zieh!“
Ich zog und er schob. Langsam tauchte ein schwarzer Bootsrand auf.
„Hol nen Eimer, lauf!“
Mit dem Eimer schöpfte er Wasser aus dem Kahn, seine Augen glänzten und begeistert sprach er vor sich hin: „Fantastisch gut erhalten! Prächtiges Holz! Wer das versenkt hat.. Verrückt! Ein
neues Boot kostet über tausend Kronen.. Jaha.. Und die Kette.. eine besonders gute Kette. Was die kostet.“ Er stutzte, beugte sich über die Kette. “Das ist ja unsre. Wie kommt die an das
Boot?“ Er richtete sich auf, spähte mit halb zusammengekniffenen Augen in den Bug. “Was ist das?! Eine Pressspanplatte! Genau wie bei unserm Boot!“
Ich schwieg. Steif und gekränkt kletterte er ans Ufer, setzte sich auf einen Stein. Hämisch klatschten die Wellen gegen das Boot, die Möwen lachten. Er seufzte und zog die Jeans aus. Mit einem
Fußtritt schleuderte er sie zu den Gummistiefeln.
„Was ist? Los! Die Ruder suchen..