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Aktuelles

Frohe Ostern!

 

Foto: Thomas Lenz

 

Immer aktuell: In 50 Jahren ist alles vorbei!

Zum 150. Geburtstag von Otto Reutter
(24.4.1870 – 3.3.1931)

Hier ist Otto Reutter als Hahn im Korb (1870-1931).

In den 1920er Jahren trat er in Berlin im Wintergarten und im Apollo-Theater auf.

Eines seiner bekanntesten Couplets hat den Refrain „In fünfzig Jahren ist alles vorbei!
Kurt Tucholsky schrieb dazu:

„Die Melodie blieb auf 'vorbei' in der Terz hängen, erst das Klavier endete sie:

Wenn dich der Zahnarzt durchs Zimmer schleift, und es will gar nicht mehr enden,

dann mach dir nichts aus der Schweinerei, denn in fünfzig Jahren ist alles vorbei..
Und dazu ein Mondgesicht, unbeteiligt, mild leuchtend durch die Wolken – was soll man dazu sagen?

Die Leute sagen auch gar nichts, sondern liegen unter dem Tisch,

und wenn sie wieder hochkommen, dann verbeugt sich da oben ein dicker und bescheidener Mann,

der gar nichts von sich her macht, obwohl er ein großer Künstler ist.“
                                                                             (Aus „Hans Ludwig, Berlin von gestern“, 1957, Verlag Das Neue Berlin)

In Zeiten von Corona

 Wie aus einer Einsamkeit

   eine Vielsamkeit wird

 

Die Ohren auf und weite
mit Fantasie die Sicht
und sieh an deiner Seite,
was dort sich rührt und spricht.

Der Tisch brummt vor Vergnügen:
„Endlich ein Mannsgespräch!
Kein Süßholz! Keine Lügen!
Hör mal, ich sag es frech:

Die Tür kennt keine Treue,
weil sie nie still stehn kann.
Auch unsre nagelneue
lässt jeden an sich ran!“

Die Tür dreht ihre Hüften
und quietscht: Verdammter Bock!
Ich brauch nur mal zu lüften
den blanklackierten Rock,

schon knarrst du zum Erbarmen,
wirst weich wie Apfelmus.
Du willst mich heiß umarmen?
Komm endlich her und tu's!“

Den Sessel hält‘s nicht länger,
er strengt sich an, doch steht er fest,
er bläst sich auf, ein Sänger,
der seinen Bass ertönen lässt:

„Wie blöd ihr seid.. Das Lieben
geht nur auf Polstern weich.
Bei mir könnt ihr es üben,
kommt her, ich zeig es euch!“

Und alles lacht. Und ich bin leise
in meines Bettes Schoß geflutscht,

wo dann auf Babyweise
ein Buch an meinen Daumen lutscht.

 

Verse auf der Kachelwand / Querbeet

 

 

Zum Weiterlesen

 

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Aphorismen und Notate

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Auf der Wache
„Natürlich möchte ich eine Meldung machen!  Name?  Irene Meyer – wie sonst! Bin ganz außer Atem, schwindelig. Mein Infarkt …  Was ich bei Ihnen  will?  Habe ich doch gerade… weiter

 

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Ursula Eisenberg

WARN-HINWEISE

Leben ist eine Reise
im Dschungel der Warnhinweise:
Die Zigarettenpackung droht
groß mit dem Tod.
Beipackzettel für Medikamente
prognostizieren Krankheit und Ende,
der Refrain ist mehr oder minder:
Niemals in die Hände der Kinder!“
Putzmittel, welche etwas taugen
sind gefährlich für Lunge und Augen.
Ohne die Hinweise könnten wir klagen,
deshalb gibt es die Packungs-Beilagen,
wortreich, kleingedruckt, aber ehrlich,
in Europa-üblichen Sprachen.
Überall lauern Bakterien und Viren,
wir sollten niemals etwas berühren,
denn auch Berühren ist lebensgefährlich…
Ganz egal, was wir lassen und machen:
Plötzlich – ehe wir nur gestutzt –
haben wir uns schon weggeputzt.

mehr

 

 

Warnungen an mich selbst

Aphorismen

 

von Harald Schmid

 

92 S., 18 cm hoch, 12,5 cm breit,

Softcover 10,20 €

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 2. Auflage

Jeder Satz ein Treffer...

Wer laut denkt, lebt gefährlich

Aphorismen und Notate

von Harald Schmid

 

 96 S. 11,5 x 18 cm, Softcover, 10,50 €

ISBN 978-3922299-45-5

Zu bestellen im Online-Shop

 

Aphorismen von A – Z

 

Harald Schmids besonderes Aphorismus-Lexikon

 

 

 

128 Seiten DIN A5, broschiert

16,80 €

 

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Harry Pegas Epigramme

 von  Harald Schmid

 

68 S., Softcover, 11,5 x 18 cm

9,80 €

 

 

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1968 - Es gab nicht nur Demos

 

Mit Berichten von Ursula Eisenberg, Marianne Müller-Brettel,

Sigi Hirsch, Harald Schmid, Dieter Lenz

aus der Zeit der 68er Studentenunruhen in West-Berlin.

 

108 S. 12,5 x 18 cm, Softcover, 9,80 €

 

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Mein Freund zieht in den Krieg

Von Dr. Marianne Müller-Brettel

Ein Streitgespräch über Kriege und die Schwierigkeit, sie abzuschaffen

mit einem Vorwort von Andreas Buro

2., aktualisierte und überarbeitete Auflage

140 Seiten, 11,5 x 18 cm, Softcover, 12,50 €

 

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Auf die Schippe genommen

 

        Es ist versext!

 

Will ich durch die Stadt spazieren,

um die Freiheit mal zu spüren,

kann ich keine Runde drehen,
ohne plötzlich stillzustehen.

 

Denn ich seh in Ladenfenstern

etwas Lockendes gespenstern
und ich wünscht, ich könnt es  lassen,
dass die Hände nach ihm fassen.


Geh ich rein, um es zu kaufen,

schwitz ich, dass die Tränen laufen,
denn was Schönes, kaum bekleidet,
hat den Kauf schon vorbereitet.

Ganz verfahren ist der Karren,
greife ich nach den Zigarren,
kann sie aber nicht gebrauchen,
sehn so sexy aus beim Rauchen.

Uns um den Verstand zu bringen,
gibt es Sex in allen Dingen.
Wetten, dass ich noch im Grabe
ein paar Sexspielzeuge habe...

                                               Aus: Texte für die kleine Bühne

 

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