Der Wettkampf war einfach, sein Motto lautete: „Ich zuerst!“. Das trieb die Menschen zu immer größeren Leistungen an, denn nur der Erste bekam den Gewinn.
Die Zweiten, Dritten, Vierten usw.. bekamen höchstens mal einen Trostpreis, sie waren die Verlierer. Sie „Verlierer“ zu nennen, das war taktlos, man nannte sie „die Abgehängten“. Aber auch das war Schönfärberei. Denn es waren Abgekämpfte, Menschen, die ihre ganze Kraft bei dem Wettkampf verloren hatten. Was merkwürdig war: die Sieger dagegen strotzten vor Kraft. Hatten die mit Tricks gearbeitet? Womöglich hatten die gar nicht so richtig kämpfen müssen?
Die Abgekämpften wurden wütend und schrien: „Wir zuerst!“ Sonderbarerweise richtete sich ihre Wut nicht gegen die Sieger, sondern gegen Menschen, die erschöpft in ihr Land kamen: gegen Flüchtlinge.
Aber der Sieg über die Flüchtlinge brachte den Abgekämpften keinen Gewinn. Man fand bald den Grund: „Die anderen Völker nutzen uns aus!“ Und so hieß es jetzt: „Unser Volk zuerst!“
Unter den Völkern entstand ein Wettkampf, er wurde immer heftiger und dann.. Naja, es war wieder mal Krieg.
Danach kratzten sich die Menschen am Kopf. „Leute, wir müssen jetzt zusammenhalten, es geht um den Aufbau..“
Und das tat man. Die Wirtschaft blühte, immer schneller drehten sich die Räder und immer schneller rannten die Menschen. Wieder gab es wenige Sieger und viele Verlierer. Und schließlich schrie man: „Ich zuerst!“ Und dann..
Sagen Sie mal, ging das so immer so weiter gehn?
Nein, keineswegs. Der Planet Erde hatte genug davon und schüttelte die Menschen von sich wie lästige Insekten.
