Während meiner Sommerferien in Schweden sah ich, wie ein Bauer um meine Hütte lief und eifrig gelbe Stäbe in den Waldboden steckte. Ich fragte ihn, was das solle. Er murmelte, ohne mich anzusehen, er wolle in seinem Wald Bäume fällen und stecke mein Grundstück ab. Und das kenne er gut, es gehörte ja einmal ihm.
Ich erkundigte mich beim Nachbarn. Es stimme, erfuhr ich, dem Bauer gehöre der ganze Wald, mein Grundstück war früher ein Teil davon. Übrigens sei der Bauer der reichste der Gegend und für seinen Geiz bekannt.
Misstrauisch geworden ging ich die Grenzen meines Grundstücks ab, von Grundstein zu Grundstein. Acht gelbe Stäbe standen 1-2 Meter tief auf meinem Grundstück. So hätte der Bauer 15 Fichten aus meinem Wald fällen können.
Der Bauer war ein Småländer, deren Geschäftstüchtigkeit ist berühmt. Und so konnte ich über diese Geschichte lachen.
Heute kann ich das nicht mehr. Die Reichen werden immer reicher, die Kluft zwischen Reich und Arm wächst. Und das seit Jahrtausenden. Trotz aller Revolutionen und Religionen in der Menschheitsgeschichte. Es scheint, es gibt etwas im Menschen, das nicht zu ändern ist. Eine Art Gier nach Reichtum, und wen sie einmal gepackt hat, der ist nicht mehr zu zügeln. Wie bei einer Sucht. Da hilft nur eins, was wir schon bei anderen Süchten tun, beim Alkohol, bei Drogen, im Straßenverkehr. Grenzen setzen! Im Falle der Immer-reicher-werden-Sucht mit einer Steuer. Mit jeder neuen Million steigt sie und die höchste Steuer zahlt der Milliardär.
Das klappt nie, die mit ihrem Reichtum werden das verhindern, hör ich da.. Gut. Dann eben auf die Straße gehen, aber anders als bisher. Den Zorn nicht gegen Flüchtlinge richten, sondern gegen jene, deren Superreichtum andere Menschen in Armut hält und sie so zu Flüchtlingen macht.
