Einen „sozialen Monat“ für alle Abgeordnete!

Wer macht die Gesetze? Die Abgeordneten natürlich. Und für wen? Für uns alle natürlich.

Ja, genau, für uns alle. Auch für die sozial Schwachen, die Arbeitslosen, die Geringverdiener. Ja, für die haben sie sogar ein eigenes Gesetz gemacht. Das Hartz-IV-Gesetz.

Im Grunde ist es ein Gesetz für die Armen. Es sind doch Arme oder? Jedenfalls im Vergleich zu den Abgeordneten, die über zehntausend Euro monatlich vom Staat bekommen. Hartz-IV-Empfänger bekommen so viel nicht vom Staat (Sozialamt, Arbeitsamt, Himmel ja.. Dieser Behördenkram! Aber Staat sind sie doch alle..). Und denen haben Abgeordneten per Gesetz vorgeschrieben, wie viel Geld sie im Monat bekommen.

Da stellt sich doch eine Frage. Warum bekommen Abgeordnete so viel Geld vom Staat und ein Hartz-IV-Empfänger so wenig? Naja, wahrscheinlich dachten die Abgeordneten, wenn sie schon für eine besondere Gruppe von Menschen Gesetze machen dürfen, dann doch auch für die Gruppe der Abgeordneten, das ist doch gerecht. Also bestimmen sie selbst, wie viel Geld sie monatlich vom Staat bekommen. Und wie viel Geld sie im Monat brauchen, das können sie dem Staat vorrechnen.

Eigentlich kann ein Hartz-IV-Empfänger auch vorrechnen, wie viel Geld er monatlich braucht. Aber das nützt ihm nichts. Denn das Gesetz dazu machen die Abgeordneten und die haben eine ganze andere Vorstellung von dem, was ein Hartz-IV-Empfänger im Monat braucht.

Da haben wir's. Die Abgeordneten haben offensichtlich eine falsche Vorstellung vom Leben der armen Leute. Oder glauben sie etwa, die sind ein besonderer Menschenschlag, der braucht nicht viel Geld?

Nein, das glauben sie sicher nicht. Laut Grundgesetz sind die Menschen alle gleich. Aber man müsste den Abgeordneten einmal zeigen, wie man mit wenig Geld einen Monat lang lebt.

Darum mein Vorschlag: jährlich einen „soziale Monat“ für Abgeordnete einführen. In dieser Zeit sind ihre Bankkonten gesperrt, der Staat gibt ihnen als Ersatz so viel wie einem Hartz-VI-Empfänger (Miete usw. wird übernommen). Aber faulenzen dürfen sie natürlich nicht. Sie müssen ihre Pflichten als Abgeordnete erfüllen. Tun sie das nicht, wird der Hartz-IV-Betrag gekürzt. Bei Wiederholung sogar gestrichen.

Wetten, dass die Abgeordneten künftig aufpassen, wenn sie Gesetze für die sozial Schwachen machen? Schon aus Eigennutz. Damit es ihnen bei ihrem nächsten sozialen Pflichtmonat besser. Aber, bitte: Wer garantiert uns, dass sie vorher nicht irgendwo Bargeld verstecken? Und nachher sagen: Man lebt doch ganz gut von 50 Euro?

Ach, wenn man ihnen noch trauen könnte!