Das Gedicht ist ein Ereignis wie ein schießender Stern
oder der Schrei aus dem eigenen Mund,
an dem wir in der Nacht erwachen.
Germanist Peter von Matt,
Zitat aus Tagesspiegel v. 24.4.2025
Prämiert mit dem Brandenburgischen Literaturpreis 2010
Die Nacht ist eine Kachelwand.
mit Tropfen Milch bespritzt.
Nur weg damit! Es ist der Schmand,
den man aus Schlafmohn ritzt.
Und ist sie davon frei gemacht,
soll sie mein Kampfplatz sein,
darauf marschieren wie zur Schlacht
der Verse Zweierreihn.
Wie mühsamsich die Erde dreht,
zermürbt ist sie und krank.
Sie war ein blühender Planet,
bis sie in Müll versank.
Einst tat der Mensch den Schwur,
ihr ewger Freund zu sein.
Dann griff er die Natur,
von ihr blieb nur Gestein.
Sie gibt zurück den Treuering
und ihm noch einen Tritt
und ruft herbei den Schmetterling:
Sei du mein Favorit!
Es klingelt... Und ich fluch.
Wer kommt da ungeniert?
Ein guter Freundbesuch
und schon bin ich entführt:
setz Gläser auf die Ränder
von letzten Schwips
und such uns einen Sender
mit Pop und Blödelwitz.