Aktuelles

Blumengarten in Badewanne (Foto: Nicole Lenz)
Blumengarten in Badewanne (Foto: Nicole Lenz)

Die Weisheit zündet Lichter an,

die Dummheit Brände.

Harald Schmid

 

 AusAphorismen von A - Z

Siehe unter "Bücher"

 

 Sicherheit

 

 Die Welt ist wüst und abgenutzt,

 gespalten, blutig, ölverschmutzt,

 sie bebt vor Wut und Angst und Streit…

 Nur wir: Wir sind in Sicherheit.

 Die Sicherheit tut niemand was zu Leide.

 Das ganze Land ist eine Sicher-Heide.

 Frisch eingepflanzt und schattig lädt uns ein

 zum Sichentspannen mancher Sicher-Hain.

 Die Kinder haben ihren sichern Ort:

 Sie sind in Sicherheit im Sicher-Hort.

 Für unsre Sicherheit sind stets im Bilde

 der Sicher-Heini und die Sicher-Hilde.

 Um uns herum sind dichtgespannte Netze

 wohlüberlegter Sicherheits-Gesetze.

 So manchem wird die Sicherheit schon fade,

 er schlingt die süß gefüllte Sicher-Lade,

 er inhaliert die kleinen Sicher-Retten,

 sehnt sich nach sicherheitsbefreiten Stätten

 und legt ein Konto an, damit zu sparen

 für die Erfahrung sicherer Gefahren

 mit Bäumen voll von sicherlosen Früchten…

 I c h brauch das nicht, ich muss nicht flüchten.

 Mir reichen Regengüsse, Sturm und Hagel,

 sowie das Schwarze unterm Fingernagel…

 

 

Aus: Ich sag's im Guten

von Ursula Eisenberg

Zeitverse

2. Auflage September 2016

Das Kleine Buch Bd. 2, 7,50 €

 

 

Was ist das?

 

Ist es eine Dunkelheit

oder nur ein Schattenflug?

Ist's ein Film aus dunkler Zeit?

Oder nur ein Fiebertrug?

 

Irgendwas riecht sehr nach gestern,
Stiefelfett und Dunst von Blut.
Irgendwas in staubgen Nestern
hat sich ausgeruht.

 

Und aus der Vergangenheit

tönt, was nie verschwand.

Hört, wie’s aus den Gräbern schreit:

Hat es schon gebrannt?

 

 .

  Aus Mein Schatz, das haut dich um

        von Dieter Lenz

         Verse an der Kachelwand

     2. und überarbeitete Auflage September 2016

     Das Kleine Buch Bd. 1, 7,50 Euro

 

Bücher

Wer das besondere Buch sucht, findet es hier.

 

Roman über Menschen im Wendland

 

Das Dorf,

die anderen

und ein Hund...

von Ursula Eisenberg

mit Zeichnungen von Constanze Schumann

2. Auflage 2016

364 S. DIN A 5, Softcover

19,80 Euro

ISBN 978-3-922299-42-4

 

Die Alteingesessenen eines wendländischen Dorfes wollen die alte Ordnung bewahren, sie wird gestört durch ehemalige linke Demonstranten aus Berlin, die das Dorf zum Stützpunkt der Atomkraftgegner machten, leer stehende Häuser kauften, sanierten und bewohnen. Jetzt, ins Rentenalter gekommen, sind sie so mit ihrem privaten Leben beschäftigt, dass sie die gesellschaftlichen Belange aus den Augen verlieren. Nur beim Schutz eines Hundes vor den Aggressionen der Dörfler finden sie zu alter Gemeinsamkeit zurück.

 

Zu bestellen im Online-Shop

 

 

Jeder Satz ein Treffer...

 

Wer laut denkt, lebt gefährlich

Aphorismen und Notate

 

von Harald Schmid

 

96 S. 11,5 x 18 cm, Softcover, 10,50 €

 

ISBN 978-3922299-45-5

 

Zu bestellen im Online-Shop

 

 

Das aktuelle Buch

 

Mein Freund zieht in den Krieg

Ein Streitgespräch über Kriege und die Schwierigkeit, sie abzuschaffen

 

Von Marianne Müller-Brettel

Mit einem Vorwort von Andreas Buro

 

108 S. 18,0 cm x 11,5 cm,

Softcover 11,90 Euro

ISBN 978-3-922299-40-0

 

 (Zu bestellen auf der Shop-Seite)

 

 

Das Kleine Buch

 

Klein im Format, groß im Inhalt. Für die Jeanstasche. Geeignet als Geschenk und als Lektüre für unterwegs. Und für Sammler literarischer Schätze.

Mein Schatz, das haut dich um

Verse auf der Kachelwand

von Dieter Lenz

 

 Bd. 1 der Reihe "Das Kleine Buch"

 76 S., 95 x 150 mm, Softcover, 7,50 €

 ISBN 978-3-922299-48-6

 

 2. und überarbeitete Auflage

 1. Auflage lieferbar als eBook für 1,99 €  (siehe unter eBooks)

 

 Ich sag's im Guten

Zeitgedichte

von Ursula Eisenberg

 

Bd. 2 der Reihe "Das Kleine Buch"

 

84 S., 95 x 150 mm, Softcover, 7,50 €

ISBN 978-3-922299-47-9

 

Zu bestellen im Shop

 

Ausgespien

Sci-Fi-Erzählung

von Carlo Stede

 

Bd. 3 der Reihe "Das Kleine Buch"

 

80 S., 95 x 150 mm, Softcover, 7,50 €

ISBN 978-3-922299-49-3

 

Erscheinungstermin: Oktober/November 2016

 

 

 

Vom leisen Spott

bis zur bitteren Pointe

 

Harry Pegas Epigramme

von Harald Schmid

 

68 S., Softcover,

 

18,0 cm x 11,5 cm

 

9,80 €,

 

ISBN 978-3-922299-41-7

 

 

Zu bestellen im Online-Shop

 

 

 

 

Am Anfang war das Wort...

 

Aphorismen von A-Z

von Harald Schmid

128 S. DIN A 5, Softcover,

16,80 Euro

ISBN 3-922299-38-5

 

„Dieses Buch wurde nicht zum Lesen geschrieben, sondern zum Blättern und Nachdenken.“ (Buchmotto).

Auch als Lexikon verwendbar mit über 900 Aphorismen, beginnend mit „Aasvögel“ und endend mit „Zwischen“. Am Schluss ein Text von Hartmut Heinze: „Von Bären und Raben zu Harald Schmids Aphorismen“ (Aus "Goethes letzter Wanderer", Studien zur deutschen Literatur von Gottfried bis Kafka)

 

Zu bestellen in unserem Online-Shop

 

Hören Sie mal rein!

 

Eisbleamzeit

Hörbuch von Harald Schmid

 

60 bairische Kurztexte

gesprochen von Harald Schmid

Musik: Norbert Riechmann

10,80 Euro 

 

(Zu bestellen auf der Shop-Seite)

 

Sehnsuchtsland Schweden

 

Heimkehr in Schweden

Kurzroman

von Dieter Lenz 

3. Auflage

140 S., 11,5 x 18 cm 8,50

 

In seinem Testament verlangt ein deutscher Auswanderer von den Erben seines schwedischen Hauses, dort sein Tagebuch zu lesen. Sein ältester Sohn erfüllt die Bedingung und erliegt wie sein Vater der Magie des nordischen Landes.

                          

Zu bestellen auf unserer Shopseite

Die Zukunft hat schon

begonnen...

 

Die letzten Tage des Kommissars

von Dieter Lenz

140 S. 180 x 115 mm, Softcover, 9,50

 

Es geht es um einen Magier der  Genetik, um das Universum und das menschliche Leben, um die Macht der Natur, den Sinn des Lebens und um einen in die virtuelle Welt versunkenen Mann, den der Sex zurück in die Wirklichkeit holt.

 

Zu bestellen auf unserer Shopseite

 

Weitere Bücher im Online-Shop

 

 

 Veranstaltungen

 

 

Aus dem Veranstaltungskalender des Literaturforums

 im Brecht-Haus

 

Eintritt, wenn nicht anders angegeben, 5,-/3,- €
KEIN KARTENVORVERKAUF
Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Literaturforum im Brecht-Haus,Träger: Gesellschaft für Sinn und Form e.V.
Chausseestr.125 | 10115 Berlin
Fon: 030 - 28 22 003, Fax: 030 - 28 23 417
E-Mail: info@lfbrecht.de

 

 

Di. 04.10.2016 / 20:00 Uhr / Buchvorstellung und Gespräch

 

Hildegard Baumgart „Bettine und Achim von Arnim. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Ehe“

 

Thomas Stölzel im Gespräch mit der Biografin

 

Es war eine der großen Liebesgeschichten der deutschen Romantik: Bettine Brentano (die Schwester des berühmten Clemens) und Achim von Arnim. Ihre Ehe verband zwei gegensätzliche, hochreflektierte Gefühlsmenschen zu einem spannungsreichen Mit- und Ohneeinander und brachte nicht nur sieben gemeinsame Kinder, sondern beiderseits eine Reihe nachwirkender Bücher hervor. In ihrer großen und genauen Erzählung dieser Ehe schildert die Literaturwissenschaftlerin Hildegard Baumgart, die, analytisch geschult, viele Jahre auch als Paarberaterin gearbeitet hat, auf der Basis intensiver Quellenrecherche den arnimschen Alltag. Dabei zeichnet sie, einfühlsam und differenziert, ein Doppelportrait dieser eigenwilligen Künstlerpersönlichkeiten und Eltern und gibt überdies einen guten Einblick in das Berliner Kulturleben der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.

 

 

 

Mi. 05.10.2016 / 20:00 Uhr / Buchvorstellung und Gespräch

 

Wilfried Buchta „Die Strenggläubigen. Fundamentalismus und die Zukunft der islamischen Welt
Moderation: Andreas Fanizadeh

 

Der Islamwissenschaftler und Autor Wilfried Buchta war von 2005 bis 2011 politischer Analytiker für die UNO-Mission im Irak und wurde dort Zeuge der politischen Entwicklungen, welche den „Islamischen Staat“ stark machten. Der Kenner des Nahen und Mittleren Ostens geht in „Die Strenggläubigen. Fundamentalismus und die Zukunft der islamischen Welt“ der Geschichte des militanten Islamismus seit der iranischen Revolution 1979 nach. Die Analyse der Entwicklungen in der islamisch-arabischen Welt und nicht zuletzt die Bedeutung der Konfessionskonflikte zwischen Sunniten und Schiiten geben ihm dabei wenig Anlass zu Aussichten auf einen baldigen Frieden.

 

 

 


Do. 06.10.2016 - Sa. 08.10.2016

Christian-Geissler-Tagung

 

Christian Geissler – Literatur als Grenzüberschreitung

 

Christian Geissler (1928–2008) hat mit seinem Roman „Anfrage“ (1960) als ein „junger Wilder“ die Bühne der Literatur betreten. Der Roman fragt mit großer Präzision nach der Schuld der Väter am Holocaust und am Krieg und nach ihrer Rolle im Nachkriegsdeutschland. In den 1960er Jahren prägte Geissler mit seinem Freund Egon Monk das NDR-Fernsehspiel, später drehte er zahlreiche Dokumentarfilme. Er schrieb Romane, Hörspiele und Gedichte, die anfangs auch in der DDR verlegt wurden. Dort realisierte er auch einige Fernseharbeiten. Geisslers Thema wurden die gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse – in der Nazi-Zeit, aber auch in der restaurativen Bundesrepublik. Seine Romane, so „Das Brot mit der Feile“ (1973), „Wird Zeit, dass wir leben“ (1976) und „kamalatta“ (1988), zeigen solche Verhältnisse, ihr Augenmerk richtet sich auf die Gegenwehr. Geissler entwickelte einen diskursiven Erzählstil, in dem die konkreten Erfahrungen eines vielschichtigen und differenzierten Figurenensembles auf Augenhöhe aufeinandertreffen. Seine LeserInnen befinden sich mittendrin, Geissler verlangt, dass sie Stellung beziehen. In Zeiten, in denen das Thema der politischen Gewalt wieder bedrückend aktuell wird, bietet sein Werk produktive Impulse. So handelt seine vorletzte Arbeit „Wildwechsel mit Gleisanschluss“ (1996) von dem, was „Festung Europa“ und Flüchtlingsbewegungen in seiner damaligen ostfriesischen Umgebung konkret bedeuteten. Heute erlebt Geissler eine Renaissance. Seine Werke werden neu aufgelegt und haben nichts von ihrer beunruhigenden Qualität verloren.

Die Tagung thematisiert einzelne Aspekte von Christian Geisslers Werk. Die Abendveranstaltungen wenden sich an eine breite Öffentlichkeit: Sie zeigen den Filmautor Geissler und debattieren die Aktualität seines Werks hier und heute.

 

Projektleitung: Michael Wildenhain

 

 

Do. 06.10.2016 / 20:00 Uhr / Filmvorführungen

>Christian-Geissler-Tagung<

 

Altersgenossen 1969. Zwei Filme

 

Einführung: Detlef Grumbach

 

Der Film „Altersgenossen“ (Buch: Ch. Geissler, Regie: H. Mueller-Stahl, 82’11’’, HR 1969) spielt Ende der 1960er Jahre. Das junge Arbeiterpaar Jan und Renate Ahlers begegnet einer Gruppe des SDS um den Studenten Kanzki. Sie interessieren sich füreinander, haben aber durchaus ihre „Verständigungsschwierigkeiten“. Eine ganz andere Szenerie wählt der Film „Immer nur Fahrstuhl ist blöde“ (Buch: Ch. Geissler, Regie: R. Busch, 27’55”, NDR 1969): Eine junge Fahrstuhlführerin im Kaufhaus träumt von dem schönen Leben, das ihr durch die Werbung der Reisebüros versprochen wird. Sie geht diesen Träumen nach und realisiert sie in einer überraschenden Wende.

 

 

Fr. 07.10.2016 / 09:45 Uhr / Öffentliche Tagung

 

Christian-Geissler-Tagung I

Eintritt frei!

 

9.45 Uhr

Detlef Grumbach (Christian-Geissler-Gesellschaft): Begrüßung.

 

10.00 – 10.45 Uhr

Sabine Peters (Autorin): Radikalität bei Christian Geissler: Literatur als politische und ästhetische Grenzüberschreitung

 

10.45 – 11.30 Uhr

Helmut Peitsch (Universität Potsdam): Was bedeutete Vergangenheitsbewältigung in den frühen 1960er Jahren? Christian Geissler und die "Werkhefte katholischer Laien".

 

11.45 – 12.30 Uhr

 

Peter Ellenbruch (Universität Duisburg-Essen): Die äußere Wirklichkeit des bundesdeutschen Alltags. "Wilhelmsburger Freitag" (1964) von Christian Geissler und Egon Monk.

 

14.00 –14.45 Uhr

 

Britta Caspers (Universität Duisburg-Essen): Bewusstseinsbilder. Christian Geisslers Erzählung "Kalte Zeiten" (1965) zwischen Dokumentarismus und ‹Neuer Subjektivität›.

 

14.45 – 15.30 Uhr

 

Ingo Meyer (Universität Bielefeld): Wider die Verkitschung des revolutionären Subjekts. Milieu, Figur und Handlung bei Christian Geissler

 

16.00 – 16.45 Uhr

 

Sven Kramer (Leuphana Universität Lüneburg): Aspekte des Widerstands in Christian Geisslers später Prosa

 

 

Fr. 07.10.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Diskussion

>Christian-Geissler-Tagung<

 

Christian Geissler: Ästhetik – Politik – Widerstand

 

Mit Dietmar Dath, Helmut Böttiger und Didi Danquart

Moderation: Detlef Grumbach, Lesung: Robert Stadlober

 

Eine politische Ästhetik zeichnet sich durch die Wahl ihrer Gegenstände und ihre Haltungen aus. Bei Christian Geissler erleben wir den Glücksfall, dass sich die Haltung auch in die Sprache einarbeitet, egal ob im Film, Hörspiel oder im Buch – und dass sie sich in der konkreten politischen Aktion manifestiert. Über die besondere Bedeutung Christian Geisslers und seine Aktualität diskutieren Dietmar Dath, der Literaturkritiker Helmut Böttiger und der Regisseur Didi Danquart.

 
 

Sa. 08.10.2016 / 10:00 Uhr / Öffentliche Tagung

>Christian-Geissler-Tagung<

Christian-Geissler-Tagung II

Eintritt frei!

 

 

10.00 – 10.45 Uhr

 

Didi Danquart (Kunsthochschule für Medien Köln): Sprache als Musik und Deutung. Christian Geisslers lyri­scher Kommentar zum Film "Der Pannwitzblick" (1991)

 

10.45 – 11.30 Uhr

 

Jan Decker (Autor): Ein Kosmos oppositionellen Sprechens, hörbar gemacht.

 

Christian Geisslers Hörspiele "Taxi Trancoso" und "Walk­man weiß Arschloch Eins A"

 

11.45 – 12.30 Uhr

 

Ulrich Lampen (Regisseur): Nachgehen. Christian Geisslers Hörspiele "wanderwörter" (2001) und "ohrenaufbohren" (2011, postum

 

 

 

 


Di. 18.10.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Buchvorstellung

 

Wischera. Antiroman“ von Warlam Schalamow

 

Mit der Übersetzerin Gabriele Leupold und der Herausgeberin Franziska Thun-Hohenstein

Es liest: Meike Schlüter

 

Am 19. Februar 1929 wurde Warlam Schalamow, der Sohn eines orthodoxen Geistlichen, verhaftet. „Wischera“ sind die von Schalamow als ‚Antiroman‘ bezeichneten Erinnerungen an seine erste Verhaftung und an das Zwangsarbeitslager am Fluss Wischera im Nordural, in dem er drei Jahre verbrachte. Es sind die ‚Lehrjahre‘ eines Schriftstellers, der wie kein anderer das stalinistische Lagersystem mit literarischen Mitteln darstellte. Dabei ist der Autor immer auch auf der Suche nach neuen Möglichkeiten des Prosaschreibens.


 

Mo. 24.10.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Gespräch – Premiere

 

Norbert Hummelt „Fegefeuer“

 

Moderation: Carola Opitz-Wiemers

 

Unter dem programmatischen Titel „Fegefeuer“ versammelt der Lyriker, Essayist und Übersetzer Norbert Hummelt Gedichte, die zwischen 2011 und 2016 entstanden sind. Doch anders als in Dantes „Göttlicher Komödie“, wo im „Purgatorio“ der Berg der Selbstreinigung erklommen wird, kann das zur Läuterung bereite Ich in Hummelts Gedichten den rechten Weg nicht finden und fürchtet sich vor den Traumtiefen der nächsten Dunkelheit.

Melancholie, Trauer, aber auch mutiger Trotz prägen die in ihrer metrischen Klarheit und philosophischen Tiefe wohltuenden Gedichte. Indem Hummelt die Täler um den Läuterungsberg weit ausschreitet, wird die Lektüre zu einem sinnlichen Erlebnis, das in der gegenwärtigen poetischen Landschaft singulär ist.

 


 
Di. 25.10.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Gespräch

 

Kathrin Schmidt „Kapoks Schwestern“
Moderation: Cornelia Geißler
 

Der Blick durchs Fenster ist nicht unschuldig. Die Erwartung schaut mit. Denn die zwei benachbarten Berliner Einfamilienhäuser bergen an die hundert Jahre Geschichte. Zwischen ihnen sind unsichtbare Bande aus Liebe und Verrat, Freundschaft und Hass, Karriere und Kriegschaos geknüpft. Mit großem Atem erzählt Kathrin Schmidt in ihrem Roman „Kapoks Schwestern“ von heute über die Generationen hinweg.

 

 


Do. 27.10.2016 / 20:00 Uhr / Gespräch

>Lebenszeugnisse<

 

Ein Prozess um Leni Riefenstahls Rolle im Völkermord an den “Zigeunern”

 

Wolfgang Benz im Gespräch mit Nina Gladitz

 

Werkstattbericht über eine Biographie der Filmregisseurin Leni Riefenstahl, die virtuos NS-Propaganda inszenierte, sich in Hitlers Nähe sonnte, aber trotzdem unschuldig sein wollte. 1940 hatte sie für ihren Film „Tiefland“ Komparsen aus den „Zigeunerlagern“ Maxglan bei Salzburg und Berlin-Marzahn verpflichtet. Etwa 110 Sinti wirkten mit im Glauben, dadurch ihrer Ermordung zu entgehen. Die Dokumentarfilmerin Nina Gladitz thematisierte 1982 den Fall in ihrem Film „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit“. Leni Riefenstahl verklagte sie wegen Verleumdung, gewann aber nur in einem von vier Klagepunkten den Prozess. In den übrigen Punkten unterlag sie. Nina Gladitz arbeitet seit Jahren an einer Riefenstahl-Biographie. Ihre Erfahrungen und Einsichten – z. B. in die bislang unbekannten Entnazifizierungsakten der Leni Riefenstahl – sind Gegenstand des Gesprächs mit Wolfgang Benz.

 



Mo. 31.10.2016 / 20:00 Uhr / Buchvorstellung und Diskussion / Gastveranstaltung

>Müllermontag<

 

Stephan Pabst „Post-Ost-Moderne. Poetik nach der DDR“

 

Moderation: Janine Ludwig

 

Die Jahre des Systemwechsels nach 1989 hatten Folgen für die Schreibweisen, die poetologischen Programme und das Rollenverständnis der Autoren, die aus der DDR kamen. Stephan Pabst beschreibt diese Folgen an den Autoren, die die Post-DDR-Literatur der 1990er und frühen 2000er Jahre entscheidend prägten: Heiner Müller, Wolfgang Hilbig, Reinhard Jirgl und Durs Grünbein. Er setzt sie zur intellektuellen Situation nach dem Ende des Sozialismus ins Verhältnis – zur Esoterik des utopischen Denkens, zum Gefühl der Exilierung, zur Agonie der Kritik, zum 'Ende der Geschichte‘ – und rekonstruiert den literaturkritischen Diskurs, dem ihre Bedeutung entsprang.


Eine Veranstaltung der Internationalen Heiner-Müller-Gesellschaft, unterstützt vom Literaturforum im Brecht-Haus