Aktuelles

Lissabon, Marchas populares (Foto: Thomas Lenz)
Lissabon, Marchas populares (Foto: Thomas Lenz)

Der GLÄSERNE Mensch fällt uns erst auf,

wenn man sich an ihm schneidet.

Harald Schmid

 

 AusAphorismen von A - Z

Siehe unter "Bücher"

 

 Der fünfte Arbeitsmarkt

 

Ein jeder Neu-Skandal macht Wut,

denn er ist schlecht. Und trotzdem gut,

denn er eröffnet hier und jetze

ne Menge neuer Arbeitsplätze:

Ein Beispiel sei

das Bio-Ei.

Da ist der Bio-Ei-Erschleicher,

sensibler Bio-Hühner-Streichler,

der sich auf selbstgestrickten Socken

pflegt in den Bio-Stall zu hocken

um leise – ohne sich zu schämen

die Bio-Eier mitzunehmen

und – frei von Skrupeln – zu verkaufen.

Das bringt viel ein und soll gut laufen.

Er sammelt auch – ganz ohne Not

und nebenbei – viel Hühnerkot.

Beim nächsten Massenstall hockt einer

der Bio-Hühner-Ei-Designer,

der jedes Massenei markiert,

mit Hühnerkacke leicht beschmiert.

Da reicht ein Hauch, das geht ruckzuck,

wirkt besser als ein Stempeldruck,

weil es beweist: Das Ei kommt so-

wieso aus einem Bio-Huhn-Popo.

Dann wäre da noch die Chemie

der Hühnerkacke-Industrie.

Die kriegen Surrogate hin

ganz frei von Penicillin...

 

Ein Beispiel nur, ein weites Feld.

Ist noch viel drin auf dieser Welt,

wenn sie auch schlingert, stinkt und raucht,

es wird viel Arbeitskraft gebraucht.

 

 

 

Aus: Ich sag's im Guten

Ursula Eisenberg

Zeitverse

Das Kleine Buch Bd. 2, 6,50 €

 

 

Der Weltenbummler

 

Eigentlich brauche ich die Sachen gar nicht auszupacken. Sie sind so schön auf dem Karton abgebildet, fast noch schöner als in Wirklichkeit. Aber ich muss sie auspacken. Immerhin sind es schon über zehn Kartons, stehn da in der Ecke wie der Turmbau zu Babel..

Ich hab immer das Neuste vom Neusten. Wenn ich an die Zeit denke, wo ich noch jung war, sehr jung, da gab es so was nicht. Damals wusste man ja gar nicht, was man alles braucht. Damals wollte ich lieber reisen als was kaufen. Länder sehn, ja, Amerika und so. Aber dann kam ich nicht dazu, musste Geld verdienen. Musste man ja. Braucht man doch für den Wohlstand. Für den wachsenden Wohlstand. Da gibt es kein Ende, wirklich nicht. Und dann kam es ja auch, das Reisen. Plötzlich war es da. Aber es war ganz anders als früher. Man konnte in seiner Stadt bleiben und war trotzdem ein Weltenbummler. Die Einkaufszentren waren nämlich das Ausland, sozusagen. Dinge aus aller Welt waren da zu kaufen. Und dann konnte ich sogar in der Wohnung bleiben und die ganze Welt war trotzdem bei mir: im Internet..  USA, China, Indien, Südamerika … Na, und Europa, versteht sich. Und alles, ohne auch nur einen Fuß zu bewegen. Bloß den Finger.

Das hat alles mit dem Shoppen angefangen und das tu ich auch immer noch. Man kommt unter die Leute und sieht das Leben. Das macht richtig Spaß, sonst ist man ja wie tot.

Jetzt sollte ich endlich mal die Kartons auspacken. Bloß wohin damit? Das ist ein Problem. Besonders das Kunststoffzeug, das Styropor darin. Erinnert mich an Baiser aus der Kindheit. Schneeweißes, aufgeblasenes Gebäck. Hinein beißen und Staub im Mund ... So ist ja auch Styropor: bloß Luft und weiße Krümel. Aber genial. Hält alles trocken und schützt vor Stößen. Da drin liegen muss sein wie im Mutterschoß. Ja, stell dir mal vor, du hättest Styropor um dich herum, millimetergenau angepasst. Total abgesichert. Schön warm und unverwundbar. Na, ist vielleicht die Mode von morgen. Aber jetzt... Wohin mit dem Zeug?

Ich geh erst mal shoppen. Zur Entspannung. Das regt einen ganz schön auf, dieser Verpackungsmüll.

Zum Shopping-Center ist es nicht weit. Nicht mal eine U-Bahn-Station. Es gibt jetzt eine Armbanduhr mit Internet. Da hat man die ganze Welt immer bei sich. Toll. Wenn das so weiter geht, kann man eines Tages tot im Bett liegen und ist doch überall.

Ich freu mich schon auf die Uhr. Der Karton wird wohl nicht so groß sein.

Dieter Lenz

 

 

Bücher

Wer das besondere Buch sucht, findet es hier.

 

Das aktuelle Buch

 

Mein Freund zieht in den Krieg

Ein Streitgespräch über Kriege und die Schwierigkeit, sie abzuschaffen

 

Von Marianne Müller-Brettel

Mit einem Vorwort von Andreas Buro

 

108 S. 18,0 cm x 11,5 cm,

Softcover 11,90 Euro

ISBN 978-3-922299-40-0

 

 (Zu bestellen auf der Shop-Seite)

 

 

Das Kleine Buch

 

Klein im Format, groß im Inhalt. Für die Jeanstasche. Geeignet als Geschenk und als Lektüre für unterwegs. Und für Sammler literarischer Schätze.

Mein Schatz, das haut dich um

Verse auf der Kachelwand

von Dieter Lenz

 

 Bd. 1 der Reihe "Das Kleine Buch"

 80 S., 95 x 150 mm, Softcover, 6,50 €

 ISBN 978-3-922299-48-6

 

 

Vergriffen!  Lieferbar als eBook für 1,99 €  (siehe unter eBooks)

 

 Ich sag's im Guten

Zeitgedichte

von Ursula Eisenberg

 

Bd. 2 der Reihe "Das Kleine Buch"

 

84 S., 95 x 150 mm, Softcover, 6,50 €

ISBN 978-3-922299-47-9

 

Zu bestellen im Shop

 

Ausgespien

Sci-Fi-Erzählung

von Carlo Stede

 

Bd. 3 der Reihe "Das Kleine Buch"

 

80 S., 95 x 150 mm, Softcover, 6,50 €

ISBN 978-3-922299-49-3

 

Erscheinungstermin: August/September

 

 

 

Jeder Satz ein Treffer...

 

Wer laut denkt, lebt gefährlich

Aphorismen und Notate

 

von Harald Schmid

 

96 S. 11,5 x 18 cm, Softcover, 10,50 €

 

ISBN 978-3922299-45-5

 

Zu bestellen im Online-Shop

 

 

 

Vom leisen Spott

bis zur bitteren Pointe

 

Harry Pegas Epigramme

von Harald Schmid

 

68 S., Softcover,

 

18,0 cm x 11,5 cm

 

9,80 €,

 

ISBN 978-3-922299-41-7

 

 

Zu bestellen im Online-Shop

 

 

 

 

Am Anfang war das Wort...

 

Aphorismen von A-Z

von Harald Schmid

128 S. DIN A 5, Softcover,

16,80 Euro

ISBN 3-922299-38-5

 

„Dieses Buch wurde nicht zum Lesen geschrieben, sondern zum Blättern und Nachdenken.“ (Buchmotto).

Auch als Lexikon verwendbar mit über 900 Aphorismen, beginnend mit „Aasvögel“ und endend mit „Zwischen“. Am Schluss ein Text von Hartmut Heinze: „Von Bären und Raben zu Harald Schmids Aphorismen“ (Aus "Goethes letzter Wanderer", Studien zur deutschen Literatur von Gottfried bis Kafka)

 

Zu bestellen in unserem Online-Shop

 

Hören Sie mal rein!

 

Eisbleamzeit

Hörbuch von Harald Schmid

 

60 bairische Kurztexte

gesprochen von Harald Schmid

Musik: Norbert Riechmann

10,80 Euro 

 

(Zu bestellen auf der Shop-Seite)

 

Roman über Menschen im Wendland

 

Das Dorf,

die anderen

und ein Hund...

von Ursula Eisenberg

mit Zeichnungen von Constanze Schumann

 

364 S. DIN A 5, Softcover

19,80 Euro

ISBN 978-3-922299-42-4

 

Die Alteingesessenen eines wendländischen Dorfes wollen die alte Ordnung bewahren, sie wird gestört durch ehemalige linke Demonstranten aus Berlin, die das Dorf zum Stützpunkt der Atomkraftgegner machten, leer stehende Häuser kauften, sanierten und bewohnen. Jetzt, ins Rentenalter gekommen, sind sie so mit ihrem privaten Leben beschäftigt, dass sie die gesellschaftlichen Belange aus den Augen verlieren. Nur beim Schutz eines Hundes vor den Aggressionen der Dörfler finden sie zu alter Gemeinsamkeit zurück.

 

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Die Zukunft hat schon

begonnen...

 

Die letzten Tage des Kommissars

von Dieter Lenz

140 S. 180 x 115 mm, Softcover, 9,50

 

In einer Erzählung geht es um ein Verbrechen mit der  Genetik, die anderen Erzählungen handeln vom Universum und seinem Schöpfer, von der Macht der Natur, dem Sinn des Lebens und von einem ins Virtuelle versunkenen Mann, den der Sex zurück ins wirkliche Leben bringt.

 

Zu bestellen auf unserer Shopseite

 

Ein ganz anderes Leben...

 

Mein Schweden

Tagebuchroman

von Dieter Lenz

 

156 S., Softcover, 18 cm x 11,5 cm

8.50 €

 

Ein junger Mann verlässt Deutschland, um Neues zu erleben. Er hat das Glück, nach Schweden zu kommen.
Was er sieht, hört und erlebt, ist so neu und faszinierend, dass er es in seine Reiseschreibmaschine tippt.

 

Zu bestellen auf unserer Shopseite

 

Weitere Bücher im Online-Shop

 

 

 Veranstaltungen

 

lauter niemand literaturlabor
jeden Sonntag ab ca. 21.00 Uhr
Chagall - (Rechter Eingang zu Bar und Restaurant, dann die Treppe hoch zum Galerieraum)
Kollwitzstr. 2 
10405 Berlin / Station der U2 am Senefelder Platz

 

 

Aus dem Veranstaltungskalender des Literaturforums

 im Brecht-Haus

 

Eintritt, wenn nicht anders angegeben, 5,-/3,- €
KEIN KARTENVORVERKAUF
Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Literaturforum im Brecht-Haus,Träger: Gesellschaft für Sinn und Form e.V.
Chausseestr.125 | 10115 Berlin
Fon: 030 - 28 22 003, Fax: 030 - 28 23 417
E-Mail: info@lfbrecht.de

 

 

Do. 01.09.2016 / 20:00 Uhr / Buchvorstellung und Gespräch

 

Christof Meueler „Das ZickZack-Prinzip. Alfred Hilsberg – ein Leben für den Underground“

 

Alfred Hilsberg im Gespräch mit seinem Biografen

Moderation: Uwe Schütte

 

Er brachte den Punk nach Deutschland und erfand die Neue Deutsche Welle. Alfred Hilsberg war schon zu Lebzeiten eine Legende des Untergrunds. „Lieber zu viel als zu wenig“, lautete das Motto seines Labels ZickZack, resümiert aber auch sein wechselhaftes Leben, das der Journalist Christof Meueler in eine spannende Biografie verwandelt hat. Darüber, und mehr, wird Hilsberg mit seinem Biografen diskutieren.

 

 

 

Di. 06.09.2016 / 20:00 Uhr / Buchvorstellung und Gespräch

 

Wilfried F. Schoeller „Franz Marc. Biografie“

Moderation: Ingo Arend

 

Blaue Pferde, gelbe Kühe. Die Tierdarstellungen des Malers Franz Marc gehören zu den am meisten reproduzierten Bildern der Kunstgeschichte. Seit er im März vor 100 Jahren, gerade einmal 36 Jahre alt, auf dem Schlachtfeld von Verdun als Kriegsfreiwilliger ums Leben kam, gilt er als prototypisches Beispiel für die Verquickung von Kunst und Krieg. Der Journalist und Biograph Wilfried F. Schoeller will in seinem Buch über den deutschen Maler und Wegbereiter der Moderne nun mit liebgewordenen Klischees und Legenden aufräumen.

 

 

 

Mi. 07.09.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Gespräch – Buchpremiere

 

Björn Kuhligk „Die Sprache von Gibraltar“

Moderation: Dirk Knipphals

 

Die Berichte über all die Menschen auf der Flucht ließen den Autor nicht los. Er reiste ans Mittelmeer, sah den berüchtigten Grenzzaun von Melilla, wollte sich ein Bild machen und eine Sprache finden für das, was er sah. In seinem Gedichtband meldet sich Kuhligk als ein politischer Mensch zu Wort, der uns zeigt, welche Wirkung ein Gedicht haben kann: Bilder erzeugen, die den Leser erfassen, angreifen, die nicht wegzuwischen sind, sondern ins Mark treffen.

 

 

 

Di. 13.09.2016 / 20:00 Uhr / Gespräch


„Gedicht und Gedanke"

Richard Pietraß im Gespräch mit Sebastian Kleinschmidt

 

Jüngst erschienen Lesarten, die Sebastian Kleinschmidt in der von Marcel Reich-Ranicki begründeten „Frankfurter Anthologie“ veröffentlichte. Pietraß, Gastgeber der Reihe „Dichterleben“, war so begeistert, dass er den langjährigen Chefredakteur von „Sinn und Form“ zum Gespräch über diese exemplarischen Deutungen und Kommentare einlädt: zu Hölderlins Morgenfeier und Brechts Klettern in Bäumen, Storms Nachtigall und Huchels Havelnacht, Hilbigs Kesselhaus und Borchers‘ Umzug – zum Gipfel- wie Zipfelvergnügen um Erste und Letzte Dinge.

 

 

 

Mi. 14.09.2016 / 20:00 Uhr / Buchvorstellung und Gespräch

 
Erich Hackl (Hg.) „Soweit uns Spaniens Hoffnung trug“

Moderation: Ditha Brickwell

 

Im Sommer vor achtzig Jahren begann das spanische Militär unter General Franco den Aufstand gegen die Republik und damit den Spanischen Bürgerkrieg. Über die Beweggründe und Hoffnungen der freiwilligen Kämpfer zur Verteidigung der Republik geben zahlreiche Berichte und Erzählungen Auskunft. Der österreichische Schriftsteller Erich Hackl hat über vierzig solcher Texte von deutschsprachigen Autoren zusammengetragen. Damit ist ihm eine einzige große, vielstimmige Erzählung gelungen.

 

 

 

Do. 15.09.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Gespräch

 

Wilhelm Genazino „Außer uns spricht niemand über uns“

Moderation: Helmut Böttiger

 

Ein gescheiterter Schauspieler und Radiosprecher wird von seiner Freundin verlassen, die seine Resignation und Mittelmäßigkeit nicht mehr erträgt. Doch wirklich glücklich wird Carola mit dieser Entscheidung nicht. Und dann versucht auch noch ihre Mutter, ihren Ex aus seinem Elend zu retten. Genazino erzählt von den sanften Leidensgeschichten durchschnittlicher Heldinnen und Helden auf ebenso witzige wie bösartige Weise und seziert mit feinsinniger Beobachtungsgabe die Mitte unserer Gesellschaft

 

 

 

Mo. 19.09.2016 / 20:00 Uhr / Gespräch / Gastveranstaltung

>Müllermontag<

 

Im Untergrund obenauf?“Heiner Müller als Katalysator der ostdeutschen Subkultur der 1980er Jahre

Joerg Waehner und Thomas Irmer im Gespräch

 

Der Autor und Künstler Joerg Waehner ist Heiner Müller in den 1980er Jahren begegnet, als er selbst Teil der Kunst- und Literaturszene am Prenzlauer Berg war und Texte in Untergrundzeitschriften wie "schaden" veröffentlichte, die der Dramatiker wegen ihrer Respektlosigkeit seinen Stücken gegenüber höchst anregend fand. Aus einer seinerzeit geplanten Zusammenarbeit entstand 1991 ein Interview zwischen Müller und Waehner, in dem der Dramatiker sagte: "Und das nächste Jahrhundert wird das Jahrhundert der Immigration sein, der Völkerwanderung. Da ist es aus mit der Marktwirtschaft. Das kann uns hier passieren."

 

 

 

Di. 20.09.2016 / 20:00 Uhr / Lesung und Gespräch

 

Katja Lange-Müller „Drehtür“

Moderation: Cornelia Geißler

 

Aus ihrem Leben als Krankenschwester für internationale Organisationen geworfen, steht Asta an einer Drehtür am Münchner Flughafen. Sie scheut den deutschen Alltag. Die Erinnerungen an Helfer wie sie selbst formen sich in ihrem Kopf zu Erzählungen über Menschen, die bedingungslos das Gute wollen. Klarsichtig und mit schwarzem Humor umkreist Katja Lange-Müllers Roman „Drehtür“ ein Dilemma unserer Zeit.