Prämiert mit dem Brandenburgischen Literaturpreis 2010

Vergriffen

 

Verse auf der Kachelwand

 

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Zukunft

 

Der Mensch in seinem Widerspruch,
er ist ein Glück,
er ist ein Fluch.
Gerade erst, da herzt er dich,
im nächsten Augenblick
da schmerzt er dich.

Man leg ihm keine Fessel an,
weil ihn das Leben führt.
Doch packt ihn mal der Größenwahn:
Nur feste zugeschnürt!

 

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 Deutsches

 

 

  Schreck am Abend

Es war am späten Abend,
da bin ich aufgeschreckt.
In alten Schriften grabend,
hab ich mich selbst entdeckt:

Er trägt die Zipfelmütze,
ein  freundliches Gesicht.
Er ist der Ordnung Stütze
und sitzt gern zu Gericht.

 

Er hält sich selbst in Ehren,

scheut da kein Wortgefecht.
Doch will ihn wer belehren,
hört er auf einmal schlecht.

 

Er träumt von alten Helden,
prüft sich vorm Spiegel nackt:
Er will als einer gelten,
mit Muskeln so bepackt!

Dann tritt er mit dem linken
auf seinen rechten Fuß.
Jetzt muss er sich betrinken,

denn er hat einen Blues.

Bald schwenkt er eine Fahne,
belebt von Bier und Wein.
Er ist ja ein Germane,
wie könnt er anders sein.


An diesem späten Abend
war ich doch sehr bewegt
und hab, mein Schicksal tragend,
mich still ins Bett gelegt
.

 

 

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Liebe, Sex und Co.

 

  Kommen, um zu gehen

Sie kam. Und wie sie kam,
das werd ich nie vergessen.
Die von mir Abschied nahm,
sie hob mit einem kessen
Blick den Mund und ich
umfasste mit den Händen
den kleinen Kopf – tief wundig,
als wenn wir uns für ewig trennten.
Sie lächelte und war im Drehen
schon weit von mir entrückt.
Ich sah sie ihr nach und muss gestehen:
ich war von ihrem Po entzückt.