Der Außerirdische, die Vernunft und das Bier


Die Personen sind

Großer Meister
Außerirdischer
Xaver
Heiner
Frau 1
Frau 2

Die Bühne ist leer, der Hintergrund schwarz (schwarzer Vorhang).
Sollte in der Szene Rauch nicht möglich sein, dann Black-out einsetzen.

 


(Großer Meister im weißen Gewand, Außerirdischer in irdischer Alltagskleidung).

Großer Meister: Also das ist der Planet. Gefällt er dir?
Außerirdischer: Bis jetzt ja, Großer Meister.
Großer Meister: Wie lange bist du schon hier?
Außerirdischer: Eine Minute, Großer Meister.
Großer Meister: Nun, das ist noch nicht lange. Ich muss dir etwas sagen. Die Wesen hier sind besonders unvernünftig. Über eine Million Jahre Entwicklung und sie bringen sich um für Kleinigkeiten. Und dann glauben sie auch noch, sie seien die einzigen im Universum.
Außerirdischer:  Ich weiß. Ich habe sie studiert
Großer Meister: Sei also vorsichtig. Wenn sie nicht glauben wollen, dass du ein Außerirdischer bist, sag, du bist ein Engel. Das glauben sie.
Außerirdischer: Ich weiß.
Großer Meister: Richtig. Du weißt alles.
Außerirdischer (bescheiden): Ja, Großer Meister. Nicht zu ändern.
Großer Meister: Du bist wirklich mein bester Bote. Wie fühlst du dich in der Erdlingform? Ich muss dir gestehen, ich fühl mich unbehaglich. Was ist das? (bewegt die Hände)
Außerirdischer: Das sind Hände.
Großer Meister: Wozu sind die gut?
Außerirdischer: Zum Handeln. Um etwas zu bewegen.
Großer Meister: Geisteskraft genügt nicht?
Außerirdischer: Ihre Geisteskraft reicht nicht aus.
Großer Meister: Ich habe gescherzt, weißt du.
Außerirdischer: Ja, Großer Meister, ich weiß.
Großer Meister: Ich will damit sagen, dass du es nicht einfach haben wirst mit deinem Auftrag. Von hier (zeigt zu den Brauen) bis dort (zeigt zu den Füßen) kein Gehirn. Nur von hier (zeigt die Braue) bis dort! (legt die Hand aufs Haupt).  Ich weiß nicht, wie du das schaffen wirst, aber bring sie zur Vernunft! Sie richten sonst ihren Planeten zugrunde. Und er ist doch wirklich sehr hübsch. Aber wieso musstest du gerade hier landen. Die Erdlinge hier nennt man Berliner, sie selbst nennen sich Pfannkuchen. Merkwürdig, nicht. Und dann hören sie nicht auf, an einem Flughafen zu bauen. (seufzt) Du hast dir eine besonders törichte Variante ausgesucht.
Außerirdischer: Eine besonders ehrenvolle Aufgabe, Großer Meister. Das Universum wird noch mehr strahlen, wenn auch im dunkelsten Winkel dieses Planeten die Vernunft einkehrt.
Großer Meister: Das hast du schön gesagt. Also, dann mach’s gut, mein Lieber. An die Arbeit!

 

(Ein Knall mit Rauch. Als er sich legt, ist Großer Meister verschwunden. Xaver kommt.)
Außerirdischer: Guten Tag, Erdling.
Xaver: Mach Platz, du Rindviech. Ich hab‘s eilig.
Außerirdischer: Ich bin ein Außerirdischer.
Xaver: Und ich bin gleich außer mir. Hau ab.
Außerirdischer: Ich bin ein Engel.
Xaver: Und ich der Herrgott. Aus dem Weg! (Er will an ihm vorbei, aber der Außerirdische stellt sich ihn immer wieder in den Weg) Der Kerl will eins in die Fresse. (will zuhauen)
Außerirdischer: Gestatten. (fixiert Xaver mit den Augen, dieser erstarrt in Schlaghaltung) Stehst du gut so? Siehst du, das war Geisteskraft. Das kannst du von mir lernen, also benimm dich. (klopft Xaver an die Stirn, dieser verliert die Starre und lässt den Arm sinken)
Xaver: Was zum Teufel ... Wer sind Sie?
Außerirdischer: Ein Außerirdischer.
Xaver: Keine versteckte Kamera?
Außerirdischer: Gar nichts Verstecktes. (Heiner kommt)

 

Xaver: Schnell! Noch mal wie bei mir! Bei dem da!
Heiner: Hab ich dich! Her mit dem Zaster!
Xaver: Herr Außenminister.. Erstarren Sie ihn!
Heiner: Ich werde dich erstarren. Rück die Kröten raus! (zum Außerirdischen) Der ist mir seit sechs Wochen hundert Euro schuldig.
Xaver: Es sind nur achtzig.
Heiner: Und die Zinsen? Ohne Zinsen gibt’s kein Geld. Also: her damit oder..(zum Außerirdischen) Wenn Sie kein Blut sehn können, kucken Sie einfach weg.
Außerirdischer: Mir ist euer Blut egal. Ich bin ein Außerirdischer.
Xaver: Und ein Engel.
Heiner: Ein Engel? Dann lass dir von ihm die Kröten geben. Bitt ihn drum, Engel sind freigebig.
Xaver: Stimmt. Herr Engel, können Sie mir 200 ..
Heiner (unterbricht ihn): Wieso 200?
Xaver: Der Rest ist für mich. Wenn er ein richtiger Engel ist, ist ihm das egal.
Heiner: Dann sag doch gleich tausend. Wir teilen uns das.
Xaver: Hast recht. Also, Herr Engel, tausend... (zu Heiner) Wozu bloß tausend?
Außerirdischer: Genug! (mit einem Blick zum Himmel) Verzeih mir, Großer Meister. Das war ein schlechter Anfang. (zu den beiden) Euretwegen werde ich noch runter gestuft. Hört jetzt gut zu! Ich bin gekommen, um euch Vernunft zu lehren. Wisset, euer Planet ist bedroht... von euch. Und der Untergang eures Planeten wäre womöglich der Anfang einer Kettenreaktion im Universum. Nicht atomarisch, sondern geistig.. bakteriell.. Sozusagen eine sich unendlich ausbreitende Seuche ... Na, wie auch immer. Es könnte das Ende der Welt sein, der euren ganz bestimmt.
Xaver: Was reden Sie für einen Quatsch!
Außerirdischer: Das ist doch ganz einfach zu verstehen.
Xaver: Er verscheißert uns. Verkloppen wir ihn.
Heiner: Aber zuerst will ich mein Geld!
Außerirdischer: Wenn es nur das ist ... Hier habt ihr das Geld. (holt Geldscheine aus der Tasche, streut sie in die Luft)
Xaver (sammelt ein): Jetzt glaub ich ihm.
Heiner (ebenfalls): Ich glaub ihm alles.
(Beide verbeugen sich vor dem Außerirdischen)
Xaver: Entschuldigen Sie unser Misstrauen.
Heiner: Verfügen Sie über uns.
Xaver: Wir sind Ihre Diener.
Außerirdischer: Gut. Ihr könnt mir helfen bei meiner Aufgabe. Ich muss euch Erdlinge zur Vernunft bringen.
Heiner: Unser erster Tipp: Nennen Sie uns richtig. Wir sind Menschen.
Außerirdischer: Erdling ist korrekter. Die anderen sind nämlich auch Menschen.
Xaver: Welche andern?
Außerirdischer: Die auf den anderen Planeten. Es gibt noch mehr Planeten mit Menschheiten.
Heiner: Menschheiten?
Xaver: Ich glaub ihm alles.
Heiner: Also gut. Wie viel Kohle haben Sie noch? Sie müssen schon entschuldigen. Sie könnten ja ein Betrüger sein.
Xaver: Klingt vernünftig.
Außerirdischer (holt aus der Tasche ein Geldbündel, dann ein zweites): Reicht das?
Heiner: Vorläufig.
Außerirdischer: Selbstverständlich bezahle ich euch. Euer Dienst besteht darin, dass ihr die Ersten seid, die Vernunft annehmen und so ein gutes Beispiel für alle anderen abgebt. Ihr sollt ihnen ein Vorbild sein. Das dürfte doch nicht anstrengend sein. Oder?
Xaver: Kommt drauf an. Was zahlen Sie? Monatlich?
Außerirdischer: Was meint ihr? Schlagt was vor.
Xaver: Moment. (sie gehen beiseite, flüstern, kommen zurück) Eine Million.
Außerirdischer: Eine Million was?
Xaver: Euro.
Heiner: Wöchentlich.
Außerirdischer: Meinetwegen.
Xaver: Moment. (zieht Heiner beiseite, sie flüstern, sie kommen zurück) Hundert Millionen!
Außerirdischer: Meinetwegen.
Xaver: Hab ich’s nicht gesagt. Der ist verrückt.
Außerirdischer: Verrückt, so etwas gibt es bei uns gar nicht. Bei uns sind alle absolut vernünftig.
Heiner: Na, hören Sie mal. Sie müssen doch zugeben, hundert Million, das ist total unvernünftig.
Außerirdischer: Ist es das?
Heiner: Gibt's auch Aktien?
Xaver: Blödsinn! Kohle will ich!.
Heiner (zum Außerirdischen): Sagen Sie mal, sind Sie vielleicht Geldwäscher? Sie sehn mir ein bisschen nach Mafia aus.
Xaver: Das geht uns nichts an!
Heiner: Nee, dem trau ich nicht.
Außerirdischer: Also, ich begreif euch nicht. Erst vertraut ihr mir, weil ich Geld habe, und dann wieder nicht, weil ich Geld habe.
Heiner: Ja, wenn Sie so mit Geld um sich schmeißen. Wart mal! Und wenn es Falschgeld ist?
Xaver: Verdammt! (prüft das Geld) Weißt du, wie Falschgeld aussieht?
Heiner: Wie richtiges Geld.
Xaver: Verdammt.. Moment! (zieht Heiner beiseite, sie flüstern, kommen zurück) Wir wolln Gold! Zwei Zentner!
Außerirdischer: Woher wollt ihr wissen, ob das echt ist?
Xaver: Verdammt! Er hat recht.
Außerirdischer: Ich will euch helfen. (Es knallt, Rauchwolke, plötzlich steht statt des Außerirdischen eine Frau da.) Bitteschön.

 

Xaver: Verdammt!
Heiner: ..ne Frau!
Xaver: Wo ist der Kerl? Steckt er da drin?
Frau 1: Ich steck nicht da drin, ich bin es, der Außerirdische. Und ich weiß, was ihr wirklich wollt. Eine Frau. Ihr wollt Liebe! Bitte. Tut euch keinen Zwang an. Das heißt nicht, dass ihr unvernünftig sein sollt. Einer nach dem andern.
Xaver: Das gibt's nicht… Das ist eine Frau Fata Morgana.
Heiner: Fass sie doch mal an.
Xaver: Jaja, aber ich trau ihr nicht. Wenn ich sie anrühr, werd ich vielleicht was anderes, ein Wurm vielleicht oder..
Heiner (unterbricht ihn): ..ne Frau. (lacht)
Xaver: Lach nicht, Blödmann. Die Sache ist kritisch. (geht vorsichtig hin, fasst sie an, geht schnell wieder zurück). Verdammt!
Heiner: Was ist?
Xaver (stöhnt auf): Mich hat’s erwischt.
Heiner: Elektrisch?
Xaver: Schlimmer. Ich bin in sie verknallt. Ich muss sie haben.
Frau 1: Von Haben war nicht die Rede, Sie dürfen mich lieben, sonst nichts.
Heiner: Das gibt‘s doch nicht. (geht hin, fasst sie an, geht schnell wieder zurück) Jetzt hat's mich auch erwischt.
Xaver: Ich hab’s ja gesagt.
Heiner: Verschwinde. Sie gehört mir!
Xaver: Das ist meine! Ich war zuerst!
Heiner: Na, das wolln wir doch mal sehn..
(Sie prügeln sich.)
Frau 1: Schluss jetzt! Aufhören! (Es knallt, Rauch, plötzlich steht eine zweite Frau da) Bitte sehr. Ist das nicht eine vernünftige Lösung? Jetzt hat jeder eine. Frieden, ja?
Xaver: Sind das wirklich zwei oder seh ich dich doppelt..
Frau 1: Doppelt? Ich bitte euch. Sieht sie aus wie ich?
Xaver: Heiner, das ist deine, nimm sie dir.
Frau 2: Ich möchte darauf hinweisen, ich bin nicht gefragt worden. Ich verweigere die Mitarbeit.
Frau 1: Es ist ein Notfall.
Frau 2:  Ich will sofort zurück!
Heiner: Sie hat was Rebellisches, das mag ich nicht. Aber die Figur.. Spitze! Na schön. Ich nehm sie. (macht einen Schritt auf Frau 2 zu)
Frau 2: Zurück, widerlicher Erdling.
Frau 1: Ich werde dich melden, wenn du dich weigerst.
Frau 2: Du kannst nicht über mich bestimmen. Das ist gegen das Reglement.
Heiner: So richtig verknallt bin ich noch nicht. Ich muss sie mal anfassen.. (fasst sie an)
Frau 2 (zuckt zusammen): O!
Frau 1: Was ist?
Frau 2: Ich weiß nicht. Er sieht jetzt viel hübscher aus, dieser Erdling.
Heiner: Soll ich dich noch mal anfassen? Bei mir hat's noch nicht geknallt.
Frau 2: O bitte, ja! (Heiner knutscht sie)
Frau 1: Schluss! Das ist ja widerlich.. Du bist ja wie eine Erdlingfrau!
Heiner: Na, ich bitte darum. Jetzt hat’s nämlich bei mir richtig geknallt.
Xaver (zu Frau 1): Und du? Was stehst du so steif? Na warte..(fasst sie an) Na, biste jetzt scharf?
Frau 1: Ich verstehe nicht ..
Xaver: Was gibt’s da zu kapiern. Liebe, da steht man nicht so rum, da geht man ab wie ne Rakete bei der Zündung, das will ich jetzt sehn bei dir.
Frau 1: Ich liebe geistig.
Xaver: Wie geht denn das? (wendet sich Heiner zu)  Nee, die ist defekt. Ich nehm die. (geht auf Frau 2 zu)
Heiner: Pfoten weg! Mistkerl! (er stößt ihn weg, sie schlagen sich)
Außerirdischer (ruft): Großer Meister! (Knall und Rauch, der Große Meister erscheint, Heiner und Xaver lassen voneinander ab)

 

Großer Meister: Wo brennt’s?
Xaver: Wer ist denn das?
Heiner: Wie die Feuerwehr sieht er nicht aus. Wahrscheinlich der Richter. 
Frau 1: Großer Meister! Das Geld hilft nicht, die Liebe hilft nicht, was soll ich noch tun, damit sie vernünftig werden?
Xaver:  Richter in Weiß? Das ist ja das Neuste. (schlägt sich vor die Stirn) Mann, das ist der Doktor! Wir sind in einer Klapsmühle!
Großer Meister: Moment! (ruft) Roter Umhang! (Aus dem Dunkel wird ein roter Umhang gereicht, Frau 1 legt ihn dem Großen Meister um die Schultern) Besser so?
Xaver: Ziemlich übetrieben. Na, meinetwegen.
Heiner: Werden Sie jetzt endlich das Urteil fällen?
Frau 2: Sei respektvoll. Das ist der Große Meister, der Höchste im Universum.
Heiner: Ich verbeuge mich, Majestät. (verbeugt sich)
Xaver: Ich auch, königliche Hoheit. (verbeugt sich) Und jetzt, wenn Sie so freundlich sind, erstarren Sie den! (zeigt auf Heiner)
Großer Meister: Ruhe! Werdet ihr endlich vernünftig sein oder nicht? Sonst muss ich euch eliminieren. Besser ihr als euren Planeten. Er ist nämlich sehr hübsch.
Xaver: Elimi… was?
Großer Meister: Auslöschen.
Frau 2: Bitte nicht. Ich lieb ihn doch. Ich spüre, wie ich lebe .. aber nur mit ihm!
Großer Meister: Dann bist du ja kontaminiert. Wie ärgerlich. Tut mir leid, du wirst das Schicksal der Erdlinge teilen müssen.
Frau 2: Oja, bitte. (schmiegt sich an Heiner)
Frau 1: Großer Meister, wenn ich einen Vorschlag machen darf. Vielleicht sind sie unfähig zur Vernunft. Ein Konstruktionsfehler. Man müsste sie testen.

Großer Meister: Gute Idee.
Xaver: Also wenn es bloß um Vernunft geht, die können wir. Kein Problem, geht ganz leicht.. Alles brav nach Vorschrift.
Heiner: Mit Ausnahmen,versteht sich, aber auch die nach Vorschrift.
Großer Meister (ruft): Biertest!(aus dem Dunkel werden zwei Biergläser gereicht) Das sind zwei Biergläser.
Xaver: Na und? Sind ja leer..
Großer Meister (gibt jeder Frau ein Glas): Sie sind bis zum Rand gefüllt.
Frau 1 und Frau 2 (gleichzeitig): Ja, Großer Meister.
Heiner: Die spinnen ja.
Großer Meister: Und jetzt nimmt sich jeder ein Glaser und trinkt. Aber Vorsicht. Das Bier hat eine Nebenwirkung.
Xaver: Der hält uns für bekloppt. (schnuppert bei Frau 1 an einem Glas) Komisch. Recht nach Bier.
Heiner (schnuppert bei Frau 2 am Glas): Pils.
Xaver: Aber drin ist nichts.
Heiner: Vielleicht ist es so was wie Luftbier.  Ich versuch’s mal. (nimmt das Glas, trinkt) Hammermäßig! Total echtes Bier!
Xaver: Echt? (nimmt das Glas, trinkt) Wow! Gleich noch mal. (Beide trinken, die Frauen nehmen ihnen rasch die Gläser ab, die Männer kippen um, rappeln sich auf.)
Heiner: Starkbier.
Xaver:  Sehr stark.
Großer Meister: Ich sagte ja. Nebenwirkung. Nach jedem zweiten Schluck wirft es einen um.
Xaver:  Unsinn. Reine Gewöhnungssache. Noch mal! (Frau 1 reicht ihm ein Glas, er trinkt)
Heiner (nimmt das Glas von Frau 2, trinkt): Super. Keine Nebenwirkung.
Xaver: Und jetzt ex
Großer Meister: Das ist der zweite Schluck!
Xaver:  Klappe! (Beide trinken, die Frauen nehmen ihnen die Gläser ab, die Männer  fallen um, rappeln sich auf)
Heiner: Wir müssen noch ein bisschen üben.
Großer Meister: Seid vernünftig. Hört lieber auf damit.
Xaver: Ich lass mich doch von einem Bier nicht unterkriegen. (nimmt Frau 1 das Glas aus der Hand, trinkt)
Frau 2 (zu Heiner): Bitte nicht!
Heiner: Gewöhn dich dran. Ich tu, was ich will. (nimmt ihr das Glas aus der Hand, trinkt)
Xaver: Pass auf, Heiner! Jetzt wolln wir's ihnen mal zeigen! Auf mein Kommando! Hopp! (Sie trinken, die Frauen nehmen ihnen die Gläser ab, die Männer kippen um, liegen, rappeln sich auf).
Xaver: Wir warn dicht dran.
Heiner: Ja, ich bin schon ein bisschen besser gefallen.
Xaver: Schweinerei. Noch mal. (nimmt Frau 1 das Glas weg, trinkt)
Heiner: Jawohl. Noch mal. (nimmt Frau 2 das Glas weg, trinkt)
Xaver: Halt! Moment .. Wie war das? Jeder zweite Schluck aus dem Glas..? Aus demselben Glas, was? Heiner, du  trinkst jetzt aus meinem und ich aus deinem. (sie wechseln die Gläser, trinken, die Frauen nehmen ihnen die Gläser ab, alle warten, nichts passiert)
Xaver (zum Großen Meister): Jetzt biste baff, was?
Großer Meister: Vernünftig werden die nie, aber intelligent ist das Pack. Vielleicht schaffen sie‘s mit Intelligenz. Wenn nicht, dann bringen sie sich selbst um, und das Problem ist gelöst. (zu Xaver und Heiner) Die Gläser dürft ihr behalten. Werdet glücklich damit. (Frau 1 überreicht Xaver das Glas. Es knallt, Rauch, Großer Meister und Frau 1 sind verschwunden)
Frau 2 (zu Heiner): Das Glas brauchst du nicht mehr. Du hast ja jetzt mich. Ich geb's ihm.
Xaver: Ja, das ist gerecht. Du hast ne Frau und ich nicht.
Heiner:  Da kann ich nichts für, das ist Schicksal. (nimmt Frau 2 das Glas ab) Das ist meins.
Xaver: Ich mach damit ne Kneipe auf. Die Kneipe zu den zwei Gläsern. Mit außerirdischem Bier. Das wird ein Renner, sag ich dir.
Heiner: Nicht mit meinem Glas.
Xaver: Du hast gehört, was deine Frau gesagt hat.
Heiner: Die hat nichts zu sagen!
Xaver: Rück’s raus .. oder ich schlag dich tot!
Heiner: Nur über meine Leiche!
Xaver: Wie Sie wünschen, mein Herr! (geht auf Heiner los)
Frau 2: Nein! Nicht! (geht dazwischen)
Xaver: Platz da! (schiebt sie beiseite) Verflucht! Ich hab sie berührt! Mann, jetzt brauch ich beides, dein Glas und deine Frau. (packt Heiner, der wehrt sich, Kampf)
Frau 2: Dahin hat mich die Liebe geführt? Großer Meister! Ich war blind!
Stimme des Großen Meisters: Such dir was Vernünftiges. Such dir eine Frau.
Frau 2: Ja, vielen Dank! (ab, Vorhang oder Black-out. Man hört  Gläser zerbrechen.)
Xavers Stimme: Idiot!
Heiners Stimme: Selber Idiot!

Ende