Ursula Eisenberg

 

 

 

Von der Großstadt ins Dorf -

und umgekehrt.

Ein Leben zwischen den Stühlen 

SCHULE, KIND und LITERATUR.

Kreuzweisheit - zwischen Großstadt und Dorf

 

NORMAL

 
Es ist wie immer. Du fährst mich nach Wittenberge. Hund „Rudi“ wedelt auf Bahnsteig 4 zum Abschied matt mit dem Schwanz, ich steige in RB 17 der ODEG (Ost-Deutsche-Eisenbahn-GmbH), suche mir einen Sitzplatz, winke von oben herab euch noch einmal zu.
Du hast – als Kirchenvorstandsmitglied – noch vor ein paar Tagen die alte Frau L. besucht, sie lag matt auf den Kissen, richtete mir einen Gruß aus und schlief dann ein. Vorgestern ist sie gestorben. Wir haben während des Frühstücks von ihr geredet.
Wie schön, lebendig zu sein, die Orte wechseln zu dürfen!
Ich bin die Strecke so oft gefahren, dass ich draußen kaum etwas sehe. „Glöwen“, „Breddin“, „Neustadt Dosse“ – abgeblätterte, nicht mehr benutzte Bahnhofs-Gebäude, eins davon über und über bemalt.
Ich träume, spiele „Sudoku“, notiere einen Reim, der mir durch den Kopf geht, suche eine Toilette. „Außer Betrieb!“ Wandere durch die Länge des fahrenden Zuges, finde eine zweite… Zurück zum Gepäck. Die dicke Frau im blaurot gestreiften Pullover habe ich mir gemerkt, da muss ich die Treppe hinauf.
„Paulinenaue“. Wir nähern uns deutlich Berlin. Der Bahnhof „Nauen“ wirkt städtischer als die Stationen zuvor. Das Oberdeck füllt sich.
Mir gegenüber setzen sich zwei junge Männer, grüßen. „Sie ist nicht mehr zu sich gekommen“, sagt einer leise zum andern. Ich denke an unser Frühstücks-Gespräch.
Am Bahnhof „Berlin Spandau“ ist Einstiegs-Gedränge. Nun sind auch hier oben alle Sitzplätze voll.
„Sie hat mich nicht mehr erkannt“, sagt eine Männerstimme, dieses Mal hinter mir. Ich bin heute Morgen von Sterbe-Berichten umgeben. Zufall? Unheimlich ist es schon…
Das schnelle Berlin vor den Fenstern lenkt mich wieder ab. „Jungfernheide“, „Charlottenburg“, „Savigny-Platz“, meine Vergangenheit rast an mir vorbei. Erst am „Zoologischen Garten“ hält der Zug und fährt schnell wieder an. Gespannter Blick aus dem Fenster. Nein – heute keine Aussicht auf ein Kamel. Noch zwei Halte-Stationen vor meinem Ziel.
Bahnhofs-Kommerz und Menschen-Gewimmel am „Alex“. Hier steige ich aus, muss hinunter zum Bahnsteig „U 8“. Nur vier Stationen zum „Kottbusser Tor“, dann bin ich beinah zuhause  –  und pralle beim Ausstieg zurück: wüstes Männergeschrei, Körper in aufgebrachter Bewegung und drohender Haltung, geschwungene Fäuste. Horden schwarzgekleideter junger Männer bekämpfen einander. Ich drücke mich zur Mitte des Bahnsteigs durch und strebe zur Treppe.
Es knallt. Hat jemand geschossen?
Das Getöse geht weiter. Es knallt ein zweites, ein drittes Mal. Niemand reagiert. Ich habe die Stufen erreicht, finde mich feige und verantwortungslos, will aber nichts wie weg. Oben übt ein junger Mann auf dem Skateboard an einem besonderen Trick: Mit einen Tritt den Roll-Untersatz zum Schleudern bringen, dass er sich um sich selber dreht, danach mit beiden Füßen wieder darauf landen. Es klappt nicht immer. Sicherlich gibt es eine Bezeichnung für dieses Kunststück, irgendetwas  mit „Looping“ nehme ich an. Jedenfalls klingt der Schlag des Boards auf dem Boden wie die Schüsse am  Bahnsteig. Ich atme erleichtert durch, es ist alles normal.
Vom „Kotti“ zu „meinem“ Haus sind es zehn Minuten zu Fuß. Die große Schwingtür am Eingang funktioniert. In meinem Briefkasten ist wieder Post eines Telefon-Betreibers, dem ich vor einem Dreivierteljahr gekündigt habe. Sie wollen mich wieder mahnen, Gebühren zu zahlen.
Einer der beiden Aufzüge ist „AUSSER BETRIEB“.
Alles normal.   
   
PS. Es ging durch die Medien: Mehrere Menschen haben sich gegenseitig mittels Armbrüsten getötet. Es wird angenommen, dass sie der „Gothic-Szene“ angehört haben, einer Bewegung, die sich seit 1981 aus der Punk-Szene entwickelt hat. Eins der vielen Merkmale: Schwarze Kleidung. Ob ich in ein Ritual der „Gothic-Szene“ geraten bin? Wäre dann – in diesem Rahmen – auch wieder „normal“.   

 

                                       DIE MENSCHENRECHTS-KONTROLLEURIN   

Ich bin bei mir selbst angestellt und werde vom Staat bezahlt.
Die anderen Kontrolleurinnen und Kontrolleure in dieser Region arbeiten für Betriebe – etwa  für die Milchwirtschafts-GmbH, für Behörden oder das Amt für Lebensmittelkontrolle. Nicht  zu vergessen: Die  Katzen-Sterilisations-Kater-Kastrations-Kontrolleure.
Es gibt auch außerhalb der Region unendlich viele Kontrollen: Bei Kindern und alten Leuten, bei Soldaten, bei der Marine, bei Tierfutter und bei Wein, und natürlich in der U- oder S-Bahn.
Wie werden Kontrolleure bezahlt? Ich weiß darüber nicht viel, ich denke: mal besser, mal schlechter. Gibt es ein Leistungs-System – je höher die Zahl der entdeckten Verstöße, desto höher der Lohn?
Es heißt, dass Bußgelder zu Wirtschaftsfaktoren werden. Gibt es Abmahnungen, Disziplinarmaßnahmen, Lohnkürzungen, Entlassungen bei zu wenig entdeckten Verstößen?
Und wer kontrolliert, ob die Kontrolleure anständig kontrollieren?
Auf jeden Fall sind Kontrollen sehr wichtig geworden in den vergangenen Jahren.
Bei jedem öffentlich gewordenen Missstand ertönt der Schrei nach Kontrollen.
Missstände werden täglich, stündlich enthüllt, es folgen: Staunen, Entsetzen, die Suche nach dem Verantwortlichen sowie immer wieder der Ruf nach immer neuen Kontrollen.
Die Vielfalt der Kontrollen (siehe oben) vergrößert sich unaufhörlich: Es gibt Kontrolleure, die sitzen nur vorm PC. Andere müssen reden, Reagenzgläser schwenken, Menschen an ihren Arbeitsplätzen begleiten. Oder sie gehen Hinweisen aus der Nachbarschaft nach, denn jeder Nachbar darf mit kontrollieren.
Es ist auch immer einfach, alles, was kontrolliert wird, gerecht zu bewerten: Die Grenzwerte zwischen Missstand und tragbarer Realität sind häufig fließend.
Am leichtesten ist es hier für die BVG (Berliner Verkehrs-Gesellschaft)-Kontrolleure. Fahrgäste haben einen Fahrschein oder auch nicht.
Bußgelder hin oder her – jede Kontrolle will Missstände aufdecken, orten, beschreiben, damit diese abgeschafft werden können. Abgeschafft: Wie? Und wodurch? Zum Beispiel durch neue Gesetze, die gewährleisten sollen, dass irgendetwas nie und nie wieder vorkommen darf. Danach lässt sich kontrollieren, ob das Gesetz nun auch wirklich….
Und dann? Diese Frage stellen wir erst mal zurück.
Nun aber wieder zu  mir. Ich habe mich selber als Kontrolleurin beauftragt. Würde auch keiner sonst tun. Doch es bezahlt mich der Staat. Er überweist mir Rente und ich bezahle mir selbst daraus die Kontroll-Tätigkeit. Der Gegenstand meiner Kontrollen: Die Menschenrechte.
Nun könnten Sie aber sagen: „Das ist wie bei der BVG: Entweder die Menschenrechte gelten
oder sie gelten nicht.“
Es gibt die Länder mit Menschenrechten und Länder ohne. Es gibt die Menschenrechtler und Menschen, die diese verfolgen. Es gibt Häuser für Menschenrechte und Menschen, denen daran liegt, die zu zerstören.
Meine innere Stimme sagt mir: Die Menschenrechte sind fließend, Grenzwerte schwanken auch hier.
Etwa hier in Mitteleuropa, Deutschland, in den kleinen, wechselnden Biotopen, in die ich Einblick habe.
Ich werde Stichproben nehmen und diese analysieren, fragen, beobachten, immer wieder notieren – hoffentlich ohne Menschen dabei zu denunzieren.
Ich interessiere mich auch für die Menschenrechte in mir.
Wozu? Einfach so und natürlich, um etwas zu ändern.
Wie – ändern? Das ist eine schwierige Frage. Wir stellen sie erst mal zurück.

                                        HAUS - MUSIK

Er wird im nächsten Jahr achtzig. Wir spielen Cello-Duett in meiner Berliner Wohnung im fünften Stock. Das müssen die Nachbarn zu dieser Tageszeit ertragen. Die gleichen Nachbarn, die mir Drohbriefe an die Tür geklemmt haben, als „Rudi“, der Hund einmal bellte. Ich lasse ihn seitdem im Dorf, obwohl er mir fehlt.
Jetzt aber spielen wir Cello, ein Duo von Friedrich August Kummer, 1770 – 1849. Ein Satz klingt schon ganz gut, der zweite geht so, der dritte ist grauenvoll. Ich denke an meine Nachbarn mit Schadenfreude. Sie können nichts unternehmen, musizieren ist zu dieser Tageszeit erlaubt.
Nun machen wir Pause, improvisieren ein Essen. Leo schneidet Tomaten.
Wir kennen uns schon sehr lange, mindestens fünfzig Jahre. Haben schon damals zusammen Cello gespielt. Eines der schönsten Kammermusik-Stücke, die es gibt: Schuberts Streichquintett C-Dur. Ich spielte das zweite Cello, das übrigens etwas schwerer ist als das erste, damit das klar ist!
Manfred – genannt „Leo“, so wie ein Löwe –  ist der große Bruder meines früheren Partners Gerd, Vater unserer Tochter Katharina, die inzwischen in Bayern lebt.
Leo und ich haben viel zu reden.
„München…“, sagt er verträumt, „…war so ein Sehnsuchtsort. Bin ich mit sechzehn Jahren einmal hin getrampt. Hab mich dafür als Mädchen verkleidet, um schneller weg zu kommen. Aber der Autofahrer, der mich mitgenommen hat, hat es gemerkt und gelacht…“
Ich schlage vor, dass er sich auf das Sofa legt, während  ich den Tisch abräume und abwasche. Geht schneller allein. Außerdem muss ich denken…
Wir waren zwei Mädchen zuhause, hatten fünf Brüder. Abwaschen war vor allem Sache der Mädchen. „Die Jungen müssen dafür zur Bundeswehr“, sagte der Vater. Er wusste ja damals noch nicht, dass nur zwei von den Fünfen zur Bundeswehr gingen und auch diese beiden nachträglich zu Kriegsdienst-Verweigerern wurden.
 „Lieber ein Jahr zur Bundeswehr, als ein Leben lang Mädchen sein“, entgegnete ich damals, ohne genau zu wissen, warum, denn es gab auch für Mädchen Vorteile im Leben. Etwa den: beim Trampen schneller vorwärts zu kommen…
Das könnte Mitte der fünfziger Jahre gewesen sein – Leos Tramp-Mädchen-Versuch.
Was hatte sich der Autofahrer wohl versprochen? „Me too!“ klingelt mir jetzt im Ohr. Ein paar Jahre später bin auch ich viel getrampt – immer in einer Zwei-Mädchen- Kombination, das wurde uns von den Erwachsenen dringend geraten. Weshalb, wurde verschwiegen, aber wir ahnten es ja…
Leo liegt auf dem Sofa und schnarcht. Ich wecke ihn auf.
„Jetzt spielen wir noch einmal Kummer, den dritten Satz.“ Das ist der Satz, der noch gar nicht gut klingt. „Lass uns diese Passage richtig fortissimo spielen!“ Damit der Nachbar im dreizehnten Stock – egal, wer das ist – das auch hört.

 

 

                                            AM ALEX

Am Alexanderplatz findet eine große Kundgebung statt mit anschließender Demonstration – gegen die Wohnungsmisere.
Wir sind dabei, auch unser Hund „Rudi“. Könnten bei der Gelegenheit noch einen neuen Maulkorb besorgen. Der vorige ist gestern beim Spaziergang zum Oranien-Platz verloren gegangen. Bestimmt gibt es einen Maulkorb am großen Alex!
Die U8 vom Kottbusser Tor zum Alex ist fürchterlich voll, aber „Rudi“ steht die Fahrt souverän durch. Auch auf dem Alex sind Füße, Beine und Menschenkörper dicht an dicht.
Ein Sechzehn-Jähriger verkauft Buttons, 1 € das Stück. Ich stutze: Was soll der traditionell
gelb-rote  „Atomkraft-Nein-Danke“-Button, diesmal mit Marx in der Mitte? „Marx-Nein-Danke“ auf einer solchen Demo – kann ja wohl nicht wahr sein! Bei genauerem Hinsehen lese ich: „KAPITALISMUS? NEIN DANKE!“ OK, ich kaufe ihn mir.
Es geht längst noch nicht los. Ich werde die Vorlauf-Zeit nutzen, um den Maulkorb zu kaufen. Wir verabreden genau eine Stelle zum Wiederfinden.
Ich studiere den Übersichtsplan in der „Galleria Kaufhof“: „HERREN“, „DAMEN“, „KINDER“, „PARFÜMERIE“ , „TIERE?“ – Fehlanzeige!
Auch in den anderen Geschäften in der Umgebung gibt es nur Dinge für Menschen. Allerdings werden an einem Stand vor „Peek & Cloppenburg“ Gasmasken angeboten, warum auch immer. Die Ähnlichkeit zu Maulkörben ist unverkennbar. Trotzdem ziehe ich eine Socke für „Rudis“ Schnauze vor…
Langsam kommt die Kundgebung nun in Gang. 
Viele Teilnehmer tragen selbstgestaltete Schilder: „Schluss mit der Gentrifizierung!“
„MIETEN RUNTER STATT HOCH!“ „MIETPREIS-BREMSE-EINE DER VIELEN LÜGEN!“
Zeitungen und Flyer werden verteilt. Ich nehme alles.
„Aber lesen!“ sagt jeder, der mir was in die Hand drückt. Gedrucktes vom „Neuen Deutschland“, von der „U Z“, von „VERDI“. Von den „Imaginären Kommunisten“ hatte ich noch nie was gehört. 
Unterschriften-Listen werden herumgereicht: „DEUTSCHE WOHNEN ENTEIGNEN!“
Ich bin seit einem Jahr Mieterin der „Deutschen Wohnen“. Dank meinem alten Freund Heinz, der auch in dem Haus wohnt, gibt es seit ein paar Monaten regelmäßigen Austausch zwischen Mietern und Wohnungs-Gesellschaft, was bereits ein paar Verbesserungen bewirkt hat. Was wird nach der Enteignung? Ich unterschreibe nicht, mit schlechtem Gewissen.
Überhaupt – schlechtes Gewissen! Ich habe diese Berliner Wohnung und mein Häuschen im Dorf, allerdings nicht bewohnbar, weil bis zu den Decken gefüllt mit gesammeltem Gut.
Gerade schreit eine Obdachlose ihre Verzweiflung ins Mikrophon…
Wir treffen zufällig Luise. Sie hat eine Wohnung in Prenzlauer Berg, die leer steht, weil sie bei ihrem Ehemann Kurt in Wilmersdorf wohnt.
Nein, sie sei jetzt doch wieder mehr in der eigenen Wohnung, antwortet sie auf meine Frage. „…bekommt unserer Ehe besser.“
Ich sehe mich um: Wie viele Zweit-Wohnungen und Zweit-Häuser werden von Menschen auf diesem Platz hier bewohnt? Wie viele leer stehende Zimmer sind bis zur Decke mit Krimskram gefüllt? Trotzdem sind wir „Die Guten?“ Wieso eigentlich?
Mein Blick streift den Hund. Ach so! Wir wollten ja noch etwas anderes am Alexanderplatz. Ach so! Es gibt keinen Maulkorb!
Jemand kommt mit einem selbstgeschriebenen Plakat an uns vorbei: „DIE ERDE HAT PLATZ FÜR ALLE!“ –  wie wahr!
Kurzzeitig ist es ganz still. Etwas klirrt leise, ich greife neben den Kragen. Der    „KAPITALISMUS? NEIN DANKE!“-Button ist runtergefallen. In meiner Jacke steckt nur noch die Halte-Nadel. Ich steche mir in den Finger...

 

                                     

                                      DAS KLEINSTE

Bei uns im Dorf blüht neuerdings klassischer Konkurrenzkampf.
Vor etwa einem Jahr hat ein junges Bauernpaar den „fabelhaften digitalen Kuhstall“ eröffnet. Die Kühe können entscheiden, ob sie sich im Freien oder unter dem Dach auf halten wollen, wann und was sie fressen und werden, wann immer sie möchten, digital massiert. Jede  Kuh hat ihren Platz an der Melk-Milch-Mess-Anlage, sie finden sich pünktlich dort ein, getrieben vom Milch-Drang. Und – für uns Konsumenten besonders wichtig – es gibt eine Milch-Tankstelle. Da tanken auch wir unsere Milch.
Früher haben wir ja die Milch bei Freundin Birgit geholt, doch die ist lange schon tot…
Aber zurück zum digitalen Kuhstall –  da hat den alten Großbauer etwas gejuckt. Auf einmal stand auf seinem Hof ein Kartoffel-Verkaufs-Schrank… Nur, das nützte ihm nicht, denn nun gab es bei der Milchtankstelle ebenfalls Kartoffeln. Und  frische Bio-Eier von glücklichen Hühnern, die vor dem Haus der jungen Bauern den Boden aufscharren.
Das mit den Eiern tat mir besonders leid. Wir haben hier einen Vorort: „Jerusalem“. Dort lebt unter anderen Oskar. Er hat einen etwas zwielichtigen Ruf, aber ebenfalls glückliche Hühner und bietet seit vielen Jahren Eier an. 5 C billiger als bei der Milchtankstelle, aber auf einmal reden die Menschen im Dorf seine Eier schlecht.
Ich wollte nun – was die Eier angeht – doch lieber ihn unterstützen, dehnte meinen Hundespaziergang nach „Jerusalem“ aus und war überrascht:
Oskar bietet seinen Konkurrenten die Stirn. Er hat nun Wachtel-Eier im Angebot: Winziges beigefarbenes Gelege mit spritzigen tiefbraunen Flecken. In winzigen Wachtel-Eier-Kartons, die zugekauft werden müssen.
Jetzt führt mich vor jeder Berlin-Fahrt mein Weg nach „Jerusalem“, weil ich den Berlinern gern  etwas  mitbringen will.
Ich weiß, dass  Menschen der Hauptstadt alles Mögliche haben, aber so etwas kleines Geflecktes haben die meisten nicht…

                                     

                                       DAS LINKE OHR

 

Mein Ausweis ist abgelaufen – ich muss ins Bürgeramt Kreuzberg.

Als ich vor einem Vierteljahr zum Ummelden hier war, musste ich zwei Stunden warten. Heute ist wohl mein Glückstag. Das Display über der Tür schickt mich bereits nach zehn Minuten in den Raum 17b.

„Moment…“, sagt die sympathische ältere Mitarbeiterin, die gerade telefoniert: „…ja, willst du nun Schluss machen oder nicht…?“

Sie legt auf und wendet sich mir zu: „Sie brauchen jetzt nur noch ein biometrisches Foto.“

Kein Problem – es gibt ja den Foto-Automaten im Wartesaal. Kann der auch meinen 50-Euro-Schein wechseln?

Achselzucken: „Lebensmittel-Geschäft.“

Der Aufzug trägt mich zurück ins Erdgeschoss. Raus aus dem Rathaus. Ich sehe nur einen Getränke-Tabak-Zeitungs-Kiosk.

Die freundliche arabische Frau wechselt meine 50 € in kleinere Scheine.

„Und Münzen?“

„Die brauche ich selber.“

…aber in meiner Jackentasche finde ich Kleingeld. Der Automat nimmt mein Wechselgeld an und gibt elektronisch Anweisung für die biometrisch korrekte Körperhaltung und Mimik. Leider ist gleichzeitig eine Stimme in meinem Kopf: „Mochensemo 's linge Ohr frei.“

Viermaliges Blitzen. Ergebnis: vier Fotos mit rotem Rand, unbrauchbar für den Pass.

Erst langsam begreife ich mein inneres Missverständnis: „…'s linge Ohr frei.“, das war der Befehl der DDR-Grenzbeamten bei der Kontrolle der Menschen, die Westberlin verlassen wollten – vor mindestens dreißig Jahren. Jetzt leben wir in der Zeit des beginnenden digitalen Zahlungsverkehrs.

Ich aber muss wieder wechseln. Niemand im großen Wartesaal hat das passende Kleingeld. Also noch einmal runter.

Die Frau im Kiosk braucht Kleingeld selber. Ich kaufe eine Tüte Gummibärchen bei ihr, bekomme eine blanke 2-Euro-Münze und  noch mehr zurück. Guten Mutes wieder zum Foto-Automaten. Den ersten 5-Euro-Schein spuckt er gleich wieder aus, meldet: „Nur glatte Scheine!“ Aber den zweiten behält er. Jetzt bloß alles richtig machen! Ich starre in das Gesichtsfeld, hebe das Kinn. Keinesfalls lächeln!

Schreckliches Bild, aber mit grünem Rand.

Die freundliche Frau in 17b nimmt es gerne. Jetzt noch die Finger-Abdrücke – alles gut!

Die Gummibärchen-Tüte raschelt in meiner Tasche. Ich werde sie im Dorf verschenken, zusammen mit der Geschichte.

 

                                         

                                        DAS RUFEN

 

Immer, wenn's dämmert, hör ich seinen sanften Ruf und bin ein bisschen gerührt, weil in ihm doch ein Hauch von Fürsorge liegt.

Verheiratet sind sie seit ungefähr fünfzig Jahren, haben schon längst getrennte Schlafzimmer, er noch das große Wohnzimmer dazu – mit Polstergruppe und Flachbildschirm, den er nutzt, wenn er nicht gerade Holz macht.

Sie hat den Raum neben der Eingangstür – schmales Bett mit Aussicht auf ein kleines Fernseh-Gerät – das „von früher“. Reden müssen sie nicht mehr miteinander.

Es gibt schlimmere Arten, alt zu sein.

Beide wissen genau, was zu tun ist: Er macht – wie gesagt – Holz, sie macht die Wäsche und kocht.

Beide führen den Hund aus: Sie geht mit dem Rollator um die verlängerte Ecke – Ben, der Collie ist eher zuhause als sie. Er fährt mit dem Motorroller zur nächsten Kreuzung und ist eher zurück als der Hund.

So ist alles geregelt seit Jahr und Tag. Was gibt's da zu reden?

Dann aber noch dieser Ruf in der Dämmerung: Er ruft die kleine Katze, sie kommt, er bringt sie ins Haus, damit sie etwas Warmes im Bett hat. Deswegen bin ich gerührt.

Ach so – was er eigentlich ruft? Na, was denn wohl: „Muschi, Muschi!"

 

 

GENDER-FRAGEN

 

Die Gender-Fragen unserer Zeit reichen bei mir bis zum Stift. Wie ist das mit Sternchen, /innen und anderer Gender-Correctness? Ich will es ja alles richtig machen, bin schließlich 'ne Frau. Aber was kann ich tun, dass die Sprache trotzdem noch klingt?

Natürlich beschäftigen mich diese Fragen nicht nur am Schreibtisch. Nehmen wir etwa: „Me too“. Bei uns zuhause gab's mehr Schläge als Küsse. Ich hätte mir schon ein paar mehr Küsse gewünscht, doch das ist sehr lange her…

Heute sitze ich – selten genug – mit vier alten Brüdern am Tisch und komm nicht zu Wort – wie schon vor sechzig Jahren. Ich sitze, lausche auf das Stimmengewirr. Es macht mir nicht so viel aus – ich bin´s ja gewohnt. Warum soll ich das ändern und meine Brüder verjagen?

Auch in unserem Dorf stellt kaum jemand Gender-Fragen. Männer reden mit Männern, Frauen mit Frauen – wenn auch nicht mit allen. Was Männer und Frauen zusammen machen, geht niemand was an.

Ein Ehepaar stirbt. Die Sargträger heben eine der Holzkisten an und stellen sie wieder hin – da lag ja die Frau drin…

Kurz: Wo ich bin, ist „Gender“ noch lange kein Thema – ist wohl nicht der richtige Ort.

Aber ich habe ja nun die Wohnung in Berlin/Kreuzberg, komme in unserem Fahrstuhl mit einem Mann ins Gespräch. Wir gehen zum U-Bahnhof „Prinzenstraße“ und reden weiter.

Plötzlich stürzt eine Frau mit wehendem Kopftuch aus einer der Eingangstüren:

„Helfen Sie mir! Mein Schlüssel ist in den Müll-Container gefallen!“

Wir gehen ins Haus. Das Smartphone bescheint Flaschen, Büchsen, einen einzelnen Handschuh und altes Obst, dazwischen: Ein Schlüsselbund. Tief unten liegt es und wartet. Was tun?

Vor den Häusern sind Büsche. Ich finde zwischen ihnen einen fast geraden Ast, knicke ihn so zurecht, dass ein Haken entsteht.

Im Hausflur nimmt mir der Mann das Gerät aus der Hand, zieht damit den Schlüssel heraus.

Die Frau bedankt sich bei ihm mit feuchten Augen. Ich stehe daneben, niemand sieht mich mehr an.

Ich lasse mich und dies alles hier erst mal so stehen…

 

 

EIGENBEDARF und auf Wohnungssuche in Berlin

 

Die Sandgrube wird zur Falle, die Düne zur Wand. Die Bäume um mich herum werden zu sperrigen Gittern – dies alles nur wegen des eingeschriebenen Briefs: „Eigenbedarf des Vermieters…“  
Dabei habe ich diese Wohnung kaum noch genutzt: 100 qm, vier Zimmer, umgeben von einem großen verwilderten Garten. Sie liegt in Berlin-Hermsdorf, ein landschaftlich schöner Vorort, direkt an der einstigen Mauer auf westlicher Seite.
35 Jahre habe ich hier gewohnt, mein Kind großgezogen, Unterricht vorbereitet, Bücher geschrieben und musiziert. Mich mit den Vermietern gestritten und wieder vertragen – es waren die Eltern des jungen Manns mit dem „Eigenbedarf“, der dicht neben meiner Tochter Katharina aufgewachsen ist. Wir haben  ihn damals „Wohnbruder“ genannt…
Seit der Verrentung hat sich mein Schwerpunkt verlagert zu Partner Joachim, „Rudi“, dem Hund, zu Sand, Wald, Wiesen, Dünen im „Zweihundert-Seelen-Dorf“ Lomitz.
In den vier Hermsdorfer Zimmern wohnen zwei junge Menschen zum „Freundschaftspreis“ – gut für mein Gewissen. Wenn ich doch einmal dort bin, trinken wir Kaffee zusammen…
Jetzt also die Kündigung, und die Lomitzer Dorf-Landschafts-Idylle verwandelt sich in ein Bündel von Fragen, die auch mein liebster Joachim  nicht beantworten  kann. Er kommt aus der Großstadt Hamburg, hat sich aber längst entschieden, im Dorf zuhause zu sein.
Seine Entscheidung! Für mich stimmt nichts mehr, wenn ich hier nicht mehr weg kann. Wenn ich nur wüsste, was stimmt!
Ich quäle mich bis zum Bauchweh…
…bis ich eine andere Wohnung in Hermsdorf bekommen kann, und plötzlich bin ich mir sicher: Das stimmt für mich nicht. 
Bauchschmerzen – weg, und ich beginne zu suchen: Wohnungs-Portale im Internet, Freunde, Bekannte ansprechen: „Wenn ihr etwas wisst…“, tägliches  Öffnen der Wohnungs-Mails, Dutzende von Angeboten in allen Teilen Berlins: 2 Zimmer, 3 Zimmer,  Mieten  –  ungefähr doppelt so hoch wie das, was ich bisher gezahlt…, Besichtigungs-Termine zu für mich unmöglichen Zeiten. Ich weiß, ich wäre eine von mindestens  hundert Bewerbern…
Schwindel-Gefühle, Ratlosigkeit  – und nun eine Einzel-Mail:
„Habe für euch eine Wohnung am Mülleimer gefunden – in dem Haus, wo ich wohne. 5. Stock. Wird im September frei. Miete…, Bewerbung  bis…. Wär doch schön! LG, Heinz.“
Ich kenne Heinz seit ungefähr fünfzig Jahren – einer der Menschen, die in meinem Leben immer mal auftauchten und danach verschwanden. Jetzt ist er wieder da. Im tiefsten Kreuzberg, in einem Haus „Ü 50“ im achten Stock. Blick auf einen Park, den glitzernden Landwehr-Kanal und weit über Berlin. Menschen – von Kopf bis zu Füßen  bedeckt und andere in knappen Textilien bewegen sich über die Wege, Hunde rennen auf Wiesen, Kinder spielen im Sand. Zwischen Büschen zwei riesige Ratten. Ist mir egal – ich mag Tiere.
Heinz, schon immer ein guter Organisator, hat uns – als Fensterputzer getarnt – zur Besichtigung  der Wohnung im 5. Stock angesagt. Es öffnet uns eine junge Türkin im Kittel, Tochter des alten Mannes, der hier lebt – beziehungsweise: im Bett liegt, seit Monaten schon. Er will in seine türkische Heimat zurück. Die Wohnung hat sterilen Klinik-Charakter bis auf das Bad mit roten Blüten auf gesprungenen Kacheln…
Der Park ist von hier aus näher gerückt, der Blick in die Ferne dafür etwas verstellt. Ich weiß nun, was ich will.
Wir schreiben eine Bewerbung für mich, Joachim und „Rudi“ den kleinen Hund.
Ich fasse mich kurz: Wir bekommen die Wohnung zu einem halbwegs bezahlbaren Mietpreis. Sie wird vom Vermieter renoviert. Joachim macht den Wohnungswechsel zu seiner eigenen Sache. Wir wenden uns meinen alten vier Zimmern zu…

 

 

PACK DICH - Treibgut des Lebens


Vier Zimmer, ein Kellerraum voller Vergangenheit: Zwischen den Schriften Adornos: Zigaretten-Kippen. Stapel von Zeitschriften, die erste Texte von mir abgedruckt haben – welch Ereignis war das!  Bis zur Unkenntlichkeit verstaubt: Die Blauen Bände von Marx. Überhaupt: Bücher, Bücher, und Bücher! Fachbücher, Romane und Lyrik-Bände, zentnerweise Kinderbücher für unterschiedliches Alter. Audio-Kassetten – vieles selbstaufgenommen, hunderte von Langspielplatten und Singles. Lieblingsschallplatten dabei, die ich unendlich oft hörte. Einige davon vorzugsweise bei unserer Abwasch-Disco, die etwa zwei bis dreimal in der Woche stattfand. Dann stritten Tochter Kathi und ich über die Begleit-Musik, und wenn wir uns nicht einigen konnten, blieb der Abwasch erst einmal stehen…
Es überschwemmt mich wie Wasser: unser persönliches Vorleben, aber noch einschneidender die Mahl-Zeit des technischen Fortschritts. Was mache ich mit dem Plattenspieler, dem Kassetten-Rekorder, dem Vorsintflut-Computer von 2001?
Zwischen den Kisten finde ich Sport-Geräte, vom langen Warten beleidigt und verdreckt. Kinder-Schlittschuhe unterschiedlicher Größen, Langlauf-Skier, höchstens drei Mal benutzt. Starr gewordenes Schlechtes-Mutter-Gewissen. Weil ich selbst so bewegungsfaul war, sollte es meiner Tochter aber an nichts fehlen. Hat sie diese Sachen benutzt? Ich weiß es nicht mehr.
Auch an die Schweine kann ich mich nicht erinnern. Prallvolle Tüte: Schweine aus Plüsch, Porzellan und Plastik, mit oder ohne Schlitz. Dass meine Tochter Schweine sammelte, habe ich  gar nicht gemerkt… Neben den Schweinen ein Packen gebündelter Briefe aus ihrer Pubertätszeit. Nein! Die lese ich nicht. Soll sie selber entscheiden, was damit geschieht.
Je dunkler die Winkel, umso erstaunlichere Erinnerungen finde ich dort:
Eine hohle Papp-Ente mit grünem Hut und langem roten Schnabel – wie die Nase meiner Lieblings-Oma. Sie hat mir damals diese Ente geschenkt. Was habe ich mit dieser Oma für Spiele gemacht – sie war so fantasievoll wie ich.
Ein Holz-Elefant, gebaut von einem der Brüder. Der Lehrer fand ihn so schön, dass er ihn ausstellen wollte, er aber: „Nein! Meine Schwester braucht ihn in Berlin!“ Jetzt bin ich mit dem Bruder verkracht, kann mich erst recht nicht trennen von diesem Tier.
Ein Teddybär, den ich selber hergestellt  habe, etwa drei Jahre vor Kathis Geburt. War wohl ein kompensierter Kinderwunsch. All dies kommt in die kleine Kiste „Muss mit!“ aber – wohin?
An meiner Seite der Mann, der nichts wegwerfen kann. Ich freue mich so, dass er hilft – aber bei jedem Berlin-Aufenthalt lädt er wortkarg seinen VW-Bus mit Dingen voll, die ich überflüssig finde.

„Damit kann man doch noch…“ murmelt er auf meinen fragenden Blick.
Doch zum Glück  bin ich auch oft allein in der alten Wohnung. Dann fülle ich die Glas-Kleider-Müll-Container in meiner Umgebung nach Herzenslust, nutze dankbar und ausgiebig jeden Sperrmüll-Termin und komme mir schlecht vor…

 

 

UNTER NACHBARN


Mein  Auszug ist unübersehbar: Dies deutliche  Ausatmen der vier Zimmer im Souterrain, in denen wir weit über dreißig Jahre lebten.
Jenseits der Straße sehe ich von fern eine Nachbarsfamilie sich nähern: Henkes – zwei ehemalige Lehrer – wie ich. Ab und zu haben wir ein paar Sätze gewechselt…
Ich kenne nach dieser langen Zeit etliche Gesichter aus der Nachbarschaft – aber kaum Namen. Gegrüßt wurde nur in Ausnahmefällen.
Einsam waren wir nicht, es waren Verbindungen da: Kinder im Alter meiner Katharina, später: der Hund. Mindestens so etwas brauchst du in Hermsdorf, um wahrgenommen zu werden. Besser: ein Eigenheim, Ehepartner mit Trauschein, Kinder, Garten und Hund.
Ist nichts von alledem da, wirst du zum Fremdkörper ohne Chance auf Verbindung. Wir aber hatten Kontakt, haben ja immerhin eine Freundesfamilie nach Hermsdorf gelockt, Petra und Horst. Wir haben eine gemeinsame Wohngemeinschafts-Vergangenheit… Die  brachten ihren kleinen Florian mit und kauften ein Haus mit Garten, wie es sich gehört.
Es gab auch die Musiker-Familie jenseits der Straße, die Ex-Kollegin  ein paar Grundstücke weiter, die Menschen in unserem Haus – es waren genug Kontakte für uns, und wir waren beschäftigt genug, um bei Laune zu bleiben.
Selten hörte ich etwas Verräterisches: „Hier haust du!“ sagt eine Kindergarten-Mutter zu mir, als sie das erste Mal unsere Wohnung betritt.
Ich schüttele die drei Worte ab und vergesse sie nicht…
Petra, die alte Freundin, bedauert, dass ich hier wegziehe, aber: „Du hast doch sowieso keine Freunde mehr hier!“
„Stimmt nicht“, denke ich, lasse es aber so stehen.
Je mehr ich räume, umso klarer wird mir: Es ist richtig zu gehen. Alt werden im gemieteten Souterrain zwischen Jung-Familien-Eigenheim-Wohlstand  –  ein Alptraum.
Jetzt ist Familie Henke näher gekommen: Großeltern, Tochter, zwei Enkel. Die ganz alten Leute sind sicherlich Urgroßeltern.
Henkes starren zu mir, während ich Sperrmüll sortiere. Gleich werden sie halten und fragen:
„Ach, du ziehst um? Warum denn? Wohin denn?“ Aber sie starren und starren, grüßen nicht, gehen vorbei…
Mir fällt nun ein, wann ich zuletzt etwas hören durfte von ihnen: Ich war auf der Höhe des Zeitungsladens am Waldseeweg. Bernd Henke rief von der anderen Straßenseite herüber:
„Na du, in deinem Keller…“