Bildung, Gerechtigkeit und das untere Drittel

Zwar lassen sich Schulen besser ausstatten, Lehrer besser ausbilden, aber so lange Eltern weder Zeit noch Geld für Bildung haben, so lange wachsen deren Kinder nicht nur in finanzieller Armut, sondern auch in Bildungsarmut auf und geben sie später als Eltern an ihre Kinder weiter. 

Das heißt, ohne Gerechtigkeit gibt es keine Bildung für alle. Also lautet die Aufgabe: Schulen und Lehrere finanzieren, schön und gut, aber stattet auch die Familien so mit Finanzen aus, dass sie sich Bildung leisten können.

Dann gibt es noch etwas, das genannt wird beim Thema Gerechtigkeit oder beim Thema Bildung: das „untere Drittel in der Gesellschaft“. Den Populismus gibt es, weil sich "das untere Drittel" von der Geselslchaft abkapsele.

Echt?  Ist es nicht eher so: das "obere Drittel" kapselt sich ab? Es spricht eine Sprache, die keiner im unteren Drittel verstehet. Und alles, was Kultur betrifft, scheint nur für das "obere Drittel" da zu sein, da es der Staat so gut fördert. Aber was hat das untere Drittel davon?

Ihm fehlt das Geld und die Bildung. Im unteren Drittel gibt es keine Akademiker.

Also was tun?

 

Es darf nicht ein, dass Menschen zwei Arbeitsplätze benötigen, um so gerade über die Runden zu kommen. Es darf nicht sein, dass allein erziehende Mütter kein Geld haben für die Klassenreise ihres Kindes oder für ein Kinderbuch und für sich selbst kein Geld für einen Theater- oder Opernbesuch. Es darf nicht sein, dass dem Hartz-IV-Empfänger nichts bleibt für eine kulturelle Teilnahme in der Gesellschaft.

Kurzum, es darf einfach nicht sein, dass dem unteren Drittel vieles von dem verschlossen bleibt, was das obere Drittel an öffentlicher Kultur genießen kann. Umgekehrt ist es ja möglich – wenn das obere Drittel will, kann es alle Veranstaltungen des unteren Drittels besuchen. Tut es aber selten. Ist nicht sein Niveau. Und man spottet oder rümpft die Nase über Volkstheater, Volksmusik, Volkstanz, Volksfeste...  Igitt..

Das weiß natürlich das unter Drittel. Diese Missachtung, wenn nicht gar Verachtung kommt noch dazu zu der mangelhaften finanziellen Situation.

Und so wachsen dort unten Frustration und Wut.

Das nutzen die Populisten.

Ja doch. Gerechtigkeit und Bildung gehören zusammen.

Wenn das von uns allen berücksichtigt würde, dann könnte aus "Die da oben" und "Die da unten" ein "Wir" werden.

Ja, aber dann müsste das obere Drittel von seinem Wohlstand etwas abgeben. Siehe Gerechtigkeit.