Ach, Martin Schulz...

Helmut Schmidt, der zackige Bundeskanzler Deutschlands mit dem Spitznamen „Schmidt-Schnauze“, hat einmal gesagt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“
Offensichtlich haben das unsere Politiker ernst genommen und überlassen anderen die Visionen: den Computern der Wissenschaftler. Sie zeigen uns, wie unsere Welt in 20, 30 oder 50 Jahren aussieht.
Aber wen interessiert schon diese Zukunft, wenn er um die 60 oder 70 Jahre alt ist?
Mit jedem Jahr, mit dem der Mensch älter wird, verkürzt sich seine Zukunft. Und so denkt ein 60- oder 70jähriger nicht weiter als an die nächsten 5 -10 Jahre.
Ganz anders bei einem 30jährigen. Er wird noch gut 50 Jahre leben.
Ist das der Grund, warum in den Wahlprogrammen der Parteien nichts über die fernere Zukunft zu lesen ist, weil das Durchschnittsalter unserer Politiker sich mehr dem Lebensende zuneigt als dem Lebensbeginn?
(Wobei die Grünen an einem Punkt eine lustige Ausnahme machen, indem sie sich mit dem Auto der Zukunft beschäftigen. Übrigens: Auch mit der Umstellung auf Elektro-Autos fallen tausende Arbeitsplätze weg.)
Und so so kündigt Martin Schulz, Spitzenkandidat der SDP, für die nächsten Jahre eine sozialere Gesellschaft an, indem er vorsichtig an der Steuerschraube dreht.
Dabei sagt ihm jeder Computer, wenn Digitalisierung und Robotisierung so weiter gehen wie bisher, gibt es in 10-20 Jahren nur noch halb so viele Arbeitsplätze – und wie leben dann die vielen Menschen ohne Arbeit und Einkommen? Schon jetzt haben wir einen festen Sockel von 2 Millionen Arbeitslosen.

Darum: Ein gesetzliches Grundeinkommen muss her. Das hätte Martin Schulz in sein Wahlprogramm aufnehmen können. Selbst wenn das Problem in seiner ganzen Schwere nicht schon in der kommenden Legislaturperiode auftritt, die Folgen der Digitalisierung zeigen sich schon heute.
Endlich hätte ein junger Wähler eine Partei, die sich um seine Zukunft kümmert.
Ja, es gibt noch andere Zukunftsprobleme. Das Klima, die Gesundheit der Menschen, der Schutz der Natur, der ungerechte Welthandel usw.
Das sind viele Probleme, sehr wahr. Und doch muss man sie alle angehen, eins nach dem anderen, und möglichst rasch! Denn dass sie uns schon auf den Nägeln brennen, das zeigt uns "visionär"- wenn man es nicht in der Wirklichkeit sehen will - jeder Computer.
Unsere Politiker sind wahrscheinlich dabei, ihre Fingernägel für den nächsten Fernsehauftritt zu pflegen, um uns dann vor der Kamera mitzuteilen, dass es uns morgen besser geht, wenn wir sie wählen..
Ach, Martin Schulz, wärst du doch 30 Jahre alt.